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Verena Keßler wird am 18. November im Prototyp aus ihrem Debütroman »Die Gespenster von Demmin« lesen.

Im LZG gilt ab Oktober »2G«

  • Karola Schepp
    VonKarola Schepp
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In den Genuss der nächsten Lesungen des Literarischen Zentrums Gießen kommt nur noch, wer komplett geimpft oder genesen ist. Es gilt also künftig die 2G-Regel. Diese neue Regelung verkündeten nun Janine Clemens und Christina Hohenemser bei der Vorstellung des Programms für den neuen Leseherbst. Und der hat wieder Einiges zu bieten.

Das Literarische Zentrum Gießen bleibt sich seinem Anspruch treu, spannende Autoren, Aufsehen erregende Bücher und auch brandneue Romane dem interessierten Lesepublikum zu präsentieren. Unter dieser Prämisse steht auch das Herbstprogramm, das Geschäftsführerin Janine Clemens und Christina Hohenemser vom Vorstand nun vorstellten und das bereits am 6. Oktober mit einer Lesung in einfacher Sprache startet.

Bei dieser Lesung mit Kristof Magnusson handelt es sich um einen Nachholtermin vom vergangenen November. Die Veranstaltung kann nun in der Aula des Landgraf-Ludwigs-Gymnasiums stattfinden. Der Eintritt ist frei. Magnusson ist einer der Autoren, der für einen vom Frankfurter Literaturhaus initiierten Band mit Geschichten in einfacher Sprache gleich zwei Kriminalfälle geschrieben hat. »Das Hotel am See«, in dem es um den Tod eines Politikers geht, und »Die billige Wohnung«, in der eine Frau erfährt, dass in ihrer erhofften Bleibe eine frühere Bewohnerin ermordet wurde, wird er vorstellen am Mittwoch, 6. Oktober, um 19 Uhr.

Bei der Lesung von Bernhard Jaumann am Donnerstag, 14. Oktober, um 19 Uhr im Levi-Saal des Rathauses handelt es sich eine Kooperationsveranstaltung mit dem Krimifestival. Kunstdetektiv Rupert von Schleewitz ermittelt, nachdem das Caravaggio-Gemälde »Der ungläubige Thomas« zunächst aufgeschlitzt und später gestohlen wurde. Was haben Schleewitzes alter Schulfreund Alban Posselt und die gemeinsame Jugend im Internat damit zu tun?

Als neuen Veranstaltungsort nutzt das Literarische Zenttrum am Mittwoch, 3. November, erstmals das Kaufhaus der Jugendwerkstatt im Alten Krofdorfer Weg. Dort wird Isabel Bogdan ihren neuesten Roman vorstellen. In »Laufen« rennt die Protagonistin vor dem Seelenschmerz nach dem Suizid ihres Lebensgefährten davon, findet dann aber beim Laufen wie im Leben wieder ihren Rhythmus. Die Leser können das in der konsequent im inneren Monolog geschriebenen Erzählung miterleben. Die Lesung moderiert Christina Hohenemser.

Verena Keßlers Debütroman »Die Gespenster von Demmin« findet derzeit in den Feuilletons große Beachtung. Erzählt wird die Geschichte der 15-jährigen Larry aus der mecklenburgischen Kleinstadt Demmin, in der am Ende des Zweiten Weltkriegs der größte Massensuizid der deutschen Geschichte passierte. Doch im Ort schweigt man über dieses schreckliche Kapitel. Larry, die von einer Karriere als Kriegsreporterin träumt, hilft ihrer alten Nachbarin beim Unzug ins Seniorenheim und will von ihr erfahren, was sich damals ereignete. Es ist ein Roman über Freundschaft und erste Liebe, aber auch über die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und die Möglichkeit, diese zu überwinden (18. November, 19 Uhr, im Prototyp).

Diskussion über Antisemitismus

»Antisemitismus heute« ist eine Podiumsdiskussion deutscher und englischer Sprache überschrieben, die am Mittwoch, 1. Dezember, 19 Uhr, im Margarete-Bieber-Saal stattfindet. Sascha Feuchert (LZG, JLU Institut für Germanistik) spricht mit der englischen Kulturjournalistin Jo Glanville (Essayband: »Looking for an Enemy«) und der Autorin Olga Grjasnowa (Debütroman: »Der Russe ist einer, der Birken liebt«) über judenfeindliche Stereotype und Verschwörungsmythen.

Mit einer weihnachtlichen Lesung am Donnerstag, 16. Dezember, um 19 Uhr in der Kirche am Kirchberg 1 in Lollar-Ruttershausen klingt das LZG-Herbstprogramm aus. Musikalisch begleitet von Cordula Poos (Harfe/Gesang) und mit Glühwein und weihnachtlichem Imbiss bereichert, wird Carsten Henn aus seinem warmherzig-poetischen Roman »Der Buchspazierer« lesen, in dem ein alter Buchhändler seinen Kunden die Lektüre persönlich bringt und es der Macht der Bücher und eines vorlauten neunjährigen Mädchens bedarf, damit alle den Mut finden, aufeinander zuzugehen.

Das komplette Programm findet man auf lz-giessen.de und in den in Kürze ausliegenden Flyern.

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