dasletzteabendmahl_31032_4c
+
Ausschnitt aus dem Werk »Das letzte Abendmahl«.

Im Altarraum in Szene gesetzt

  • VonRedaktion
    schließen

Gießen (pm). 1997 zeigte der polnische Künstler Janusz Marciniak aus Poznan (Posen) in der St. Thomas Morus Kirche im Rahmen einer Ausstellung Werke mit dem Thema »Religiöse Inspirationen«. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre hatte jener sich mit der christlichen Ikonografie beschäftigt: dem Thema Ecce Homo, das letzte Abendmahl, die Kreuzigung und Judas (insbesondere mit der Verteidigung von Judas).

Das Werk »Das letzte Abendmahl« erwarb die Pfarrei St. Thomas Morus 1997. Es ist nun über die drei Heiligen Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag im Altarraum der Kirche in Szene gesetzt.

Lyrisches Oratorium

Das Panorama-Stilleben besteht aus vier Teilen und zeigt das letzte Abendmahl von oben. Mit seinen düstern, melancholischen Farben wirkt es auf den ersten Blick verstörend und schockierend. Das Werk lädt ein zu intensiver Betrachtung, Reflexion und Meditation. Es greift die Vorahnung um Verrat, Neid, Hass und Intrige auf wie sie sich am Vorabend der Verurteilung Jesu im Garten Getsemani abspielen. - Marciniak fühlt sich inspiriert durch den slowenischen Philosophen Slavoj Žižek und dessen Behandlung der Religion als einem der Wege, die zu ethischem Bewusstsein führen. Beuys gilt für ihn als ein Modell eines Künstlers, der wirklich und kompetent mit Religion arbeitete, der »die bedeutende religiöse Erfahrung« (ihren sozialen Wert) erkannte und das Bedürfnis nach dem empfand, was Žižek »die Erfindung einer neuen Gemeinschaft« nennt (unter Berücksichtigung der Notwendigkeit für Utopie).

Im Anschluss an den Gottesdienst am Gründonnerstag um 18 Uhr ist die Kirche zur sogenannten »Ölbergwache« bis 22 Uhr geöffnet. Der junge Weltmusiker Markus Wach folgt mit seiner Musik den Pfaden, auf denen traditionelle Formen von musikalischer Improvisation seit Jahrhunderten wandern. Die besonderen Klänge der alten und exotischen Musikinstrumente entführen in spirituelle Sphären die gleichermaßen zur Meditation und zum gespannten Zuhören einladen.

An Karfreitag findet um 15 Uhr zur Sterbestunde Jesu die literarische Lesung des Gedichts »Der Tod Jesu« von Carl Wilhelm Ramler statt. Es galt bis ins 19. Jahrhundert hinein als populärste Vertonung der Passionsgeschichte. Zeitgenossen titulierten es als »empfindungsvolles lyrisches Oratorium«.

Ergänzt wird die Lesung durch Rezitationen aus Psalm 22.

Kein Gottesdienst am Ostersonntag

Zu den Gottesdiensten an den Kar- und Ostertagen in der St. Thomas Morus Kirche ist wie bisher eine Anmeldung über die Homepage www.st-thomas-morus-giessen.de erforderlich. Das Platzangebot ist begrenzt.

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung findet am Ostersonntag kein Gottesdienst statt. Stattdessen findet ein Gottesdienst am Ostermontag um 18.30 Uhr statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare