"Ihr seid eine eigene Marke"

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Morgen geht es los. Was gerne mal als ewige Entschuldigung für das eigene Nichtstun herhalten muss, klingt für die 205 am Freitagabend von der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) verabschiedeten Abiturientinnen und Abiturienten wie ein großes Versprechen. Formuliert hat es Dr. Frank Reuber. "Ihr steht auf der Schwelle zu einem eigenständigen Leben", sagte er bei der Abiturfeier in der Sporthalle Ost. "Der Schritt in ein selbstbestimmtes freiheitliches Leben erfolgt ab morgen."

Morgen geht es los. Was gerne mal als ewige Entschuldigung für das eigene Nichtstun herhalten muss, klingt für die 205 am Freitagabend von der Gesamtschule Gießen-Ost (GGO) verabschiedeten Abiturientinnen und Abiturienten wie ein großes Versprechen. Formuliert hat es Dr. Frank Reuber. "Ihr steht auf der Schwelle zu einem eigenständigen Leben", sagte er bei der Abiturfeier in der Sporthalle Ost. "Der Schritt in ein selbstbestimmtes freiheitliches Leben erfolgt ab morgen."

Damit dieser gelingt, gab Reuber seinen ehemaligen Schützlingen reichlich gute Wünsche mit auf den Weg. Und er ermutigte sie zu Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung. Das nötige Rüstzeug habe ihnen die Schule mitgegeben – nun sei es an jeder und jedem Einzelnen, etwas daraus zu machen. Er empfinde jedenfalls Stolz auf "diesen ganz besonderen Jahrgang", so der Schulleiter: "Ihr seid eine eigene Marke. Ich würde es ›Made by Eastschool‹ nennen."

Zuvor hatte Reuber 50 Jahre zurückgeblickt, um an die soziale Verantwortung der Absolventen zu appellieren. 1968, das Gründungsjahr der GGO, beschrieb er als Zeit weltpolitischer Unruhen, vom Prager Frühling über den Vietnamkrieg und die Studentenbewegung bis zum Mord an Martin Luther King: "Die damaligen Schlagzeilen entsprechen durchaus auch heutigen. Krieg, Rassenhass, der Wunsch nach Demokratisierung." Deshalb seien die Lehren dieser Zeit ebenfalls aktuell – und "der Triumph von Eitelkeit und Egoismus über den Humanismus" sei weiter möglich.

75-mal die "1" vor dem Komma

Der Abiturient Lars Walter widmete sich dagegen den Eigenheiten seines Jahrgangs. "Meist hilfsbereit und nett, aber auch mal tapsig und etwas verpeilt" treffe den Abiturjahrgang 2018 ganz gut, betonte er. Unter dem Strich blieben "wunderschöne Erinnerungen" an "eine wunderschöne Zeit" und die Hoffnung, "dass die Zukunft mindestens so gut wie unsere Vergangenheit wird". Weitere Reden hielten Anja Fehrenbach vom Schulelternbeirat sowie Kerstin Maier und Prof. Volkmar Wolters im Namen des Fördervereins.

Vor der Zeugnisausgabe ergriff wieder Reuber das Wort: Die Absolventen hätten gemeinsam das beste Ergebnis erreicht, das es je an der GGO gegeben habe. "Ihr habt einen Notendurchschnitt von 2,23 – und ihr seid alle Schüler einer Integrierten Gesamtschule", freute er sich. So bestätigte sich nebenbei scheinbar das Abimotto des Jahrgangs: "Last 90s – Nach uns kommen nur noch Nullen". Am Freitag kamen freilich erst einmal jede Menge Einsen. Auf 75 Abizeugnissen steht die Bestnote vor dem Komma; eine 1,0 schafften Halima Kara, Daniel Zedler, Helene Weiss, Emma Bodenstedt und Nora Gieß.

Sie wurden dafür ebenso geehrt wie zahlreiche weitere Absolventen, die sich unter anderem mit sozialem Engagement oder außergewöhnlichen Leistungen in einzelnen Fächern hervorgetan hatten. Zudem wurden neun Preise der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, zwei der Gesellschaft Deutscher Chemiker und ein Karl-von-Frisch-Preis für besondere Leistungen im Fach Biologie vergeben. Linda Braun und Yannis Gürlich führten als Moderatoren durch die Feier. Für die Musik sorgte die Schulband OSTinato unter der Leitung von Wolfgang Frank.

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