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Nach Wahl-Niederlage in Gießen: Bouffier äußert sich zu persönlicher Zukunft

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Von: Marc Schäfer

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Da sah es noch gut aus: Frederik Bouffier verfolgt im Rathaus die Übermittlung der ersten Ergebnisse. © Oliver Schepp

Bei der Wahl am Sonntag hat es nicht gereicht: Frederik Bouffier wird nicht Oberbürgermeister von Gießen. Doch wie geht es weiter? Nun äußert sich der CDU-Mann.

Gießen - 315 Stimmen haben dem CDU-Kandidaten Frederik Bouffier am Sonntagabend bei der Oberbürgermeister-Wahl in Gießen zum Einzug in die Stichwahl gefehlt. Mit 29,52 Prozent lag der 30-Jährige nur sehr knapp hinter den Mitbewerbern Alexander Wright (B90/Grüne), der 30,66 Prozent der Stimmen (13 030) einsammelte, und Frank-Tilo Becher (SPD) mit 30,26 Prozent (12 859).

»Es war ja zu erwarten, dass es eng wird«, sagte Bouffier am Montag. »Leider hat es am Ende nicht ganz gereicht.«

Die ersten Ergebnisse, die am Sonntag u.a. aus Wieseck eingetrudelt waren, hatten Bouffier »positiv gestimmt«. Es sei jedoch von Anfang an ein Wechselbad der Gefühle gewesen. »Als ich sah, wie wir im Bund abgeschnitten hatten, wusste ich, dass es keinen Rückenwind geben würde. Wenn wir in Berlin bei 30 Prozent gelandet wären, hätte sich das sicher auch auf die OB-Wahl ausgewirkt«, betont Bouffier.

Oberbürgermeisterwahl 2021 in Gießen: Bouffier über Ergebnis der CDU-Zweitstimmen

In der Stadt kam die CDU bei der Bundestagswahl bei den Zweitstimmen auf knapp 17 Prozent, Bouffier versammelte in Gießen immerhin knapp 30 Prozent auf sich. Damit lag er in der Direktwahl deutlicher als seine Mitbewerber über dem Ergebnis der Zweitstimmen. »Es sieht so aus, dass ich mit meinem Angebot mehr Leute überzeugen konnte als die Union mit dem Angebot im Bund. Das freut mich. Ich glaube, dass ich beim Haustürwahlkampf und durch meine persönliche Herangehensweise viele Menschen überzeugt habe, das Kreuzchen bei mir zu machen. Ich habe im Wahlkampf viel Zustimmung erfahren von Personen, die sich eigentlich nicht dem bürgerlichen oder konservativen Lager zugehörig fühlen, die aber gesagt haben, dir vertauen wir, wir halten deinen Ansatz für richtig«, bilanziert der Jurist. »Die Art und Weise, wie wir den Wahlkampf vom Stil her geführt haben, war sicherlich richtig.«

Bouffier in Gießen: „Ich werde mich in Zukunft noch stärker einbringen“

Auch von Widersacher Wright gab es am Montag Lob für Bouffier. »Er hat einen guten Wahlkampf gemacht«, sagte Wright. Beide würden sich gleichermaßen den wichtigen Zukunftsfragen ihrer Generation stellen, beide hätten bloß andere Herangehens- und Sichtweisen, sagte Wright.

Das Aus im Rennen um den Chefsessel im Rathaus will Bouffier nicht mit einem Ende in Verbindung setzen. Im Gegenteil: »Ich werde mich in Zukunft noch stärker einbringen als das in den vergangenen Jahren der Fall war. Darauf können sich alle einstellen«, sagte Bouffier. Die CDU habe nun eine gute Truppe beisammen. Der Wahlkampf, den sein kleines Team mit ihm gemacht habe, sei ein guter gewesen. »Darauf lässt sich aufbauen«, so Bouffier. »Wichtig ist nun, dass wir uns sammeln, den Blick nach vorne richten und schauen, wie wir unsere Politk und Ideen gut umgesetzt bekommen. Unsere politischen Mitbewerber dürfen sich darauf verlassen, dass ich dabei in Zukunft an der entsprechenden Stelle mitwirken werde«, betonte Bouffier. »Als Union müssen wir wieder mehr raus auf die Straße, wir müssen uns wieder mehr zeigen.« Eine Bürgersprechstunde der Partei soll der erste Schritt dieser Transformation sein.

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