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Lukas Heinz (l.) und Falk Trompeter (M.) übergeben Klaus Geise, dem Blomberger Bürgermeister, eine "hygi hands". FOTO: PM

Hygiene-Innovation aus Gießen

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Gießen(seg). Vier Wochen von der Idee zum Produkt und der Gründung einer Firma. Das muss ihnen erst mal jemand nachmachen. Das Gießener Start-up heißt "CIS - Construction Industry Solution" und stellt mobile Stationen zum Händewaschen und Desinfizieren her.

Gründer stammen aus Baugewerbe

Die Firmengründer kommen aus dem Baugewerbe und kannten sich bereits, sagt Geschäftsführer Falk Trompeter. "Wir standen im Straßenbau vor einem Problem. Die Arbeiter haben nur ein paar mobile WCs auf der Baustelle. Wie sollen sie die Hygieneregeln einhalten?" Darüber begann er mit seinen Kollegen Lukas Heinz, Timo Köhler, Sebastian Dienst und Uwe Lauer zu tüfteln. Das Ergebnis ist die Hygiene-Station "hygi hands". Sie vereint Waschbecken, Spender für Seife und Desinfektionsmittel, Trockentücher und einen Mülleimer.

Wie sie kurzfristig genügend Teile für die Produktion der Stationen bekommen könnten, sei ein Problem gewesen. "Lieferungen aus dem Ausland dauern und sind in der Corona-Situation nicht verlässlich", erklärt Trompeter. Deswegen setzen sie ausschließlich auf "Made in Germany", sagt er: "Waschbecken, Armaturen und selbst die Rollen unter der Station werden in Deutschland hergestellt." Damit würden sie zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie seien nicht auf Lieferketten aus dem Ausland angewiesen und unterstützten die von Corona gebeutelten Unternehmen. Für die Hygiene-Station haben sie ein Patent angemeldet.

Drei Mitarbeiter sind bisher am Firmensitz in Gießen beschäftigt. Sie kümmern sich um die Kommunikation und das Marken- und Patentrecht. Zusammengebaut werden die Stationen von Mitarbeitern in Aura im Sinngrund in Bayern.

Bislang sind mehr als 100 Bestellungen eingegangen. "Sogar aus den Niederlanden", erzählt der Geschäftsführer. Die Kosten für eine Station lägen im unteren vierstelligen Bereich. Als Einsatzorte sind Geschäfte, Baustellen, aber auch die Eingangsbereiche von öffentlichen Gebäuden denkbar. Also da, wo Händewaschen gerade wichtig ist, es aber keine Infrastruktur dafür gibt. Trompeter stellt klar: "Wir bieten jetzt zwar eine kurzfristige Lösung an, aber wollen auch langfristig einen Beitrag leisten, der dem Bedarf nach Hygiene gerecht wird."

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