Als Jagdhündin "Diva" ins Tierheim kam, hatte sie 20 Kilo Übergewicht. Jeder Schritt war anstrengend für sie. 
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Als Jagdhündin "Diva" ins Tierheim kam, hatte sie 20 Kilo Übergewicht. Jeder Schritt war anstrengend für sie. 

Vorher/Nachher 

Hündin "Diva" nach Diät kaum wiederzuerkennen - jetzt konnte sie vermittelt werden 

  • Christine Steines
    vonChristine Steines
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Immer wieder kommt es vor, dass im Tierheim Vierbeiner landen, die so dick sind, dass sie kaum laufen können. Jagdhündin Diva wog vor sechs Monaten fast 42 Kilo.

Dünne Beinchen auf einem massigen Leib. Jeder Schritt so anstrengend wie ein Marathon. Astrid Paparone war schockiert, als sie ihre ehemalige "Schülerin" wiedersah. Die Besitzer von Diva waren Kunden bei der Hundetrainerin, als der Deutsch-Kurzhaar noch ein jünger Hüpfer war. Was in der Zwischenzeit passiert ist, lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren, doch offenbar waren die Halter mit dem Tier überfordert und nicht in der Lage, dessen Bedürfnisse richtig einzuschätzen. Das führte dazu, dass der Hund viel zu wenig Bewegung und viel zu viel Futter bekam. Die Folge waren 20 Kilogramm Übergewicht, unter dem das Tier schwer litt.

Hündin"Diva" auf Diät: Im Tierheim ging man von einer Krankheit aus 

Als die heute 7 Jahre alte Diva ins Tierheim kam, ging man zunächst davon aus, dass sie schwer krank sein müsse, denn die Hündin (Schulterhöhe ca. 55 cm) war lethargisch und rührte sich kaum. Misstrauisch und in sich gekehrt, kauerte sie in der Ecke. Nach einer intensiven Diagnostik der Tierärztin stellte sich heraus, dass die Hündin kerngesund ist und ihre Beschwerden aus dem Übergewicht resultierten. Mit viel Geduld und einer Diät gelang es schließlich, den dicken Trauerkloß in eine sportliche, bildschöne Hündin zu verwandeln. Statt der knapp 42 Kilo wiegt sie jetzt noch 22. Diva wurde ganz langsam an die Freuden langer Spaziergänge herangeführt. Anfangs hatte sie keine Kondition und interessierte sich nicht für spannende Gerüche in Feld und Wald.

Statt der knapp 42 Kilo wiegt Jagdhündin "Diva" jetzt noch 22.

Da Futter nicht ständig zur Verfügung stand, lernte sie, dass Leckerchen seltene Belohnungen sind, für die sich Anstrengungen rentieren. Auch die Tierarztbesuche wurden auf diese Weise zu einer spannenden Angelegenheit: Für ein Leckerchen lässt sich Diva auch gerne mal ins Maul oder in die Ohren schauen. Dass die Tierpfleger, die Tierärztin und die Hundebegleiter mächtig stolz sind auf ihre abgespeckte Diva, versteht sich von selbst. Die Krönung ist nun, dass die Hündin vermittelt werden konnte. Mithilfe einer Tierschutzorganisation, die sich um neue Zuhause für Jagdhunde kümmert, ist es gelungen, einen schönen Platz für sie zu finden. Bei den neuen Besitzern Sabine Schröder und Jürgen Schütter wird sie nicht jagdlich eingesetzt, aber sie erwartet ein spannendes Hundeleben mit viel Bewegung.

Hündin "Diva" auf Diät: Übergewichtige Tiere sind kein Einzelfall 

Diva mit ihren 20 Kilo Übergewicht ist ein krasses Beispiel, aber sie ist kein Einzelfall, schildert Paparone. Immer wieder landen Tiere im Tierheim, die so dick sind, dass gesundheitliche Probleme die Folge sind. "Die Leute meinen es oft sogar gut und merken es nicht, dass sie ihren Tieren schaden".

Im Tierschutzverein ist in der Corona-Pandemie die Arbeit hinter verschlossenen Türen weitergegangen, Vermittlungen und Besuche waren nicht möglich. Wie überall folgt nun schrittweise die Rückkehr zur Normalität. Die Krise wird für den Verein mittelbar zum Problem, denn es brechen Einnahmen und Spenden weg, die normalerweise bei Festen und Veranstaltungen in die Kasse kommen. Sommerfest, Seniorennachmittag, Info-Stände, all das gibt es dieses Jahr nicht. Die Tierschützer können keine Präsenz zeigen und für sich werben, und das hat Folgen in Form finanzieller Einbußen.

Der Verein hat durch sparsames Wirtschaften gut vorgesorgt, doch außer den regulären Betriebskosten gibt es auch immer größere Projekte zu stemmen, aktuell zum Beispiel die Neugestaltung des Kleintierhauses. Paparone: "Die Ungewissheit macht mir Sorgen, wir tragen ja auch Verantwortung für unsere Mitarbeiter". Und natürlich für die Tiere. Die Vierbeiner sind auch in Zeiten von Corona auf die Menschen angewiesen.

Tierheim Gießen: Spenden immer willkommen

Das Büro des Tierheims ist unter Tel. 0641/52251 erreichbar. Der Verein ist dringend auf Spenden angewiesen. Infos und Kontonummer auf der Homepage.

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