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Stud.IP ist überlastet. FOTO: SEG

Holpriger Start ins neue Semester

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Gießen(seg). Mit einem großen Ansturm war zu rechnen. Für die 26 000 Studierenden hat am Montag das Sommersemester an der Justus-Liebig-Universität begonnen. Das soll, um Ansteckungen zu verhindern, mindestens bis nach Pfingsten ohne Präsenzveranstaltungen, also nur im Internet, stattfinden. Doch am ersten Tag sind die beiden wichtigsten Plattformen der JLU, Stud.IP und Ilias, nicht oder nur eingeschränkt erreichbar gewesen.

Ab 9.47 Uhr konnte man auf der Webseite des Hochschulrechenzentrums lesen: "Beim Abruf von Stud.IP und ILIAS gibt es aktuell Probleme." Wer die Webseiten dennoch besuchte und viel Geduld mitbrachte, konnte zumindest einen Blick auf die Anmeldeseite werfen. Ansonsten begrüßte einen nur: "Die Webseite ist nicht erreichbar." Grund des Ausfalles ist laut Pressesprecherin Lisa Dittrich die hohe Zahl an Seitenaufrufen: "Bis 13.45 Uhr haben wir über 16 000 Zugriffe gezählt." Im Jahr zuvor seien es über den Tag verteilt 20 000 gewesen.

Stud.IP ist die wahrscheinlich wichtigste Plattform der JLU, nicht nur im Online-Semester. Studenten melden sich hier zu Veranstaltungen an und können sich digitale Vorlesungsmaterialien herunterladen. Außerdem bietet Stud.IP den Studierenden Diskussionsforen, in denen sie Fragen stellen und miteinander diskutieren können.

Das ist während eines normalen Semesters schon wichtig. Um so ärgerlicher aber, dass dies jetzt zum Start des Online-Semesters nicht funktionierte. Denn nun verteilen Dozenten darüber nicht nur Zusatzmaterialien, sondern auch die eigentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel vertonte Powerpoint-Präsentationen. Wer an die jetzt nicht herankam, für den fiel der erste Tag des Semesters ins Wasser.

Zusätzlich zu Stud.IP war mit Ilias die Plattform für digitales Lernen nicht erreichbar. Auch dort können Lehrmaterialien zur Verfügung gestellt und Online-Tests gemacht werden. Es ist davon auszugehen, dass das Rechenzentrum die Kapazitäten nun erhöhen wird, und die Systeme im Laufe der Woche für alle Studierenden funktionieren werden. Bereits im Laufe des Tages schien sich die Situation etwas zu beruhigen. Zwar war die Webseite nicht durchgehend zu erreichen, aber zumindest das Einloggen auf Stud.IP funktionierte am Mittag. Da zeigte die Webseite 3000 gleichzeitige Benutzer an. Die Pressesprecherin rät den Studierenden, die Webseiten nicht Vormittags und Nachmittags, sondern außerhalb der Stoßzeiten zu besuchen. Einen Belastungstest habe es vor Beginn des Semesters nicht gegeben, sagt Dittrich.

Vielleicht kommt dem Rechenzentrum im Online-Semester ab nächster Woche ein Phänomen zugute, das Studierende aus den Präsenzveranstaltungen kennen: So viele Kommilitonen wie in der ersten Woche wird man im Rest des Semesters nie mehr sehen.

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