Science Slam

Im Hörsaal sind die Affen los

Wenn Wissenschaftler "slammen" und Affen durch den Hörsaal springen, dann ist wieder Science Slam "Affentheater" an der JLU.

Von LWG

Das eingespielte Moderatorenteam, Kirsten Greiten und Julian Roth-Brennecke, führte durch den Abend, um am Ende den "Affenkönig" zu krönen. Wegen Umbaumaßnahmen des Audimax fand der Slam im Großen Chemischen Hörsaal im Heinrich-Buff-Ring statt. Dort fanden etwa 450 Gäste Platz.

Nach einer öffentlichen Ausschreibung entschied sich das Veranstaltungsteam des Instituts für Biologiedidaktik und der Professur für Systembiologie der JLU für acht Slammer aus den unterschiedlichsten Disziplinen – von Philosophie und Soziologie über Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre bis zur Medizin und Geophysik. Darunter waren auch drei Slammer, die sich erstmals vor ein großes Publikum trauten. Jeder Wissenschaftler hatte zehn Minuten Zeit seine Forschung möglichst verständlich, anschaulich und vor allem unterhaltsam zu präsentieren. Den Anfang machte VWLer Lion Tsarfin aus Frankfurt mit der Unterkonsumtionstheorie und was diese mit Karl Lagerfeld verbindet. Mit bewusst laienhaften Fotomontagen popkultureller Figuren ermunterte der Gießener Carsten Schirrmacher darauffolgend mit dem Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz. Wie das Anne-Will-Hella-von-Sinnen-Dilemma zu lösen sei, erklärte Soziologin Fabienne Pasternak in ihrem Slam über lesbische Sichtbarkeit.

Slammer Martin Weyrauch führte das Publikum geschickt hinters Licht. Nach der Anmoderation als vermeintlicher Neurowissenschaftler, gab er eine Einführung in den Ursprung des freien Willens nur um einen großen Schwindel zu erzeugen. Der aus Darmstadt angereiste Weyrauch studiert eigentlich Philosophie und befasst sich mit der Erzeugung von Glaubwürdigkeit. Was Tsunamis mit Syphillis und der FDP zu tun haben, veranschaulichte Geophysiker Andreas Schäfer aus Karlsruhe. Er arbeitet unter anderem an Frühwarnsystemen für Tsunamis. Biologiedidaktiker Alexander Büssing stellte das Thema seiner Doktorarbeit vor, die "fast fertig ist", wie Moderator Roth-Brennecke mit einem Augenzwinkern anmerkte. Er untersucht die Emotionen von Lehrern und die Auswirkung auf das Lernverhalten von Schülern. Für Krebsforscherin Anna Müllner aus Frankfurt wurde es kurz vor Ende ihres Vortrags eng auf der Bühne: Sie war schon knapp über den zehn Minuten und wurde von den kostümierten Affen mit "radioaktiven Bananen" von der Bühne gejagt.

Den lautesten Applaus heimste der Medizintechniker aus Dresden, Peter Mandry, ein. Er berechnete mithilfe sogenannter Mikromorts, wie wahrscheinlich es ist, durch einfache Aktivitäten wie Fahrradfahren oder einen Krankenhausaufenthalt zu sterben. Er wurde zum "Affenkönig" ernannt. Nach dem erfolgreichen "kleinen" Science Slam vergangen Juli im "Irish Pub", planen die Veranstalter einen weiteren im kommenden März um die Wartezeit bis zum nächsten "Affentheater" im Wintersemester zu verkürzen.

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