Hörenswerter Unichor in der Johanneskirche

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Sehr gut besucht war das Semesterabschlusskonzert des Unichors Marburg am Freitag in der Johanneskirche in Gießen. Das Ensemble unter Leitung von Nils Kuppe widmete sich Werken vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die meisten Kompositionen kreisten inhaltlich um das Thema Wasser. Bezaubernde räumliche Wirkung entfaltete eingangs das "Kyrie" von Josef Rheinberger, war hier doch ein Teil des Chors vorn im Saal, der andere hinten auf der Empore platziert. Die Musik diente der kontemplativen Einstimmung. Gleichermaßen zu berühren vermochte Ola Gjeilos Vertonung eines religiösen mittelalterlichen Gedichts "Unicornis Captivatur". Viele poetische Zwischentöne gewann der Chor Samuel Barbers nachdenklicher Komposition "To be sung on the water" ab. In eine tiefernste Sphäre führte danach Willy Burkhards Stück "Gottes Bund mit Noah und der Regenbogen"; besonders faszinierte die strenge Faktur der Schlussfuge.

Sehr gut besucht war das Semesterabschlusskonzert des Unichors Marburg am Freitag in der Johanneskirche in Gießen. Das Ensemble unter Leitung von Nils Kuppe widmete sich Werken vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die meisten Kompositionen kreisten inhaltlich um das Thema Wasser. Bezaubernde räumliche Wirkung entfaltete eingangs das "Kyrie" von Josef Rheinberger, war hier doch ein Teil des Chors vorn im Saal, der andere hinten auf der Empore platziert. Die Musik diente der kontemplativen Einstimmung. Gleichermaßen zu berühren vermochte Ola Gjeilos Vertonung eines religiösen mittelalterlichen Gedichts "Unicornis Captivatur". Viele poetische Zwischentöne gewann der Chor Samuel Barbers nachdenklicher Komposition "To be sung on the water" ab. In eine tiefernste Sphäre führte danach Willy Burkhards Stück "Gottes Bund mit Noah und der Regenbogen"; besonders faszinierte die strenge Faktur der Schlussfuge.

Zwischen den Chorbeiträgen lieferte Mark Ehlert bereichernde Orgelintermezzi. Fantasievoll gelang ihm eine Auswahl der "7 Pastelle vom Bodensee" von Sigfrid Karg-Elert. Von meditativ-ruhiger Art war "Die schilfbewachsenen Wasser", Erhabenheit verströmte demgegenüber die "Hymne an die Sterne" mit kraftvoll-brillanten Höhepunkten. Dramaturgisch wie klanglich vollendet glückte Elert "Choral und Fuge" aus der Orgelsonate Nr. 5 c-Moll von Alexandre Guilmant.

Mit am stärksten zur geistigen Sammlung lud das "Magnificat" des estnischen Komponisten Arvo Pärt ein. Es bestach durch gezielten, aufs wesentliche reduzierten Einsatz der kompositorischen Mittel und erhielt durch feine klangliche Intervall-Schwebungen speziellen Reiz.

Auch Karl May ist dabei

Spannend machte es Dirigent Nils Kuppe bei dem Überraschungsstück, dem "Ave Maria" von Karl May, das die Hörer erraten sollten: Häppchenweise verriet er biografische Daten des Urhebers, von dem die wenigsten vermutet haben dürften, dass er nicht nur schriftstellerisch, sondern auch kompositorisch tätig war.

Als Uraufführung zu erleben war "Stille Wasser leben" von Thomas Emanuel Cornelius. Die stilistisch unmittelbar ansprechende, auf einem eigenen Text basierende Musik fing die entgegengesetzten Pole ruhiges und bewegtes Wasser raffiniert ein. Der kräftige Beifall des Auditoriums galt auch dem anwesenden Komponisten.

Einen aufwühlenden Abschluss des hörenswerten Programms markierte Wilhelm Bergers von eindringlichen Steigerungen geprägte "Sturmesmythe". (Foto: jou)

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