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Zeynal Sahin Ausländerbeirat

Hessen

Kommunalwahl in Gießen: Höhere Beteiligung an Wahl zum Ausländerbeirat

  • Kays Al-Khanak
    VonKays Al-Khanak
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Bei der Wahl zum Ausländerbeirat in der Stadt Gießen hat es eine höhere Beteiligung gegeben als Ende 2015.

Gießen – Vor sechs Jahren hatten 870 von über 13 000 Stimmberechtigten ihr Kreuzchen gemacht; die Wahlbeteiligung lag bei 6,6 Prozent. Bei der diesjährigen Wahl gaben 1553 von rund 14400 Wählerinnen und Wählern ihre Stimme ab; die Beteiligung stieg auf rund 10,8 Prozent. Gießen International erhielt 69,87 Prozent, die Liste für Vielfalt und Teilhabe 30,13.

Ausländerbeiräte sollen die Integration von Menschen aus Einwandererfamilien unterstützen, als deren Sprachrohr und Vermittler auch in die Kommunalpolitik hinein dienen. Wahlberechtigt sind alle Einwohner ohne deutschen Pass - also auch alle, die in der Erstaufnahmeeinrichtung leben. Die Wahl zum Ausländerbeirat war bewusst mit der Kommunalwahl zusammengelegt worden, um eine höhere Beteiligung zu erreichen.

Der Vorsitzende des Gießener Ausländerbeirats zeigt sich angesichts der Umstände, unter denen die Wahl stattfand, zufrieden mit dem Ausgang. Dass es nichts aus der angepeilten Beteiligung von 20 Prozent wurde, habe vor allem an der Pandemie gelegen, sagt der für die Liste Gießen International angetretene Sahin. Zwar seien alle Wahlberechtigten im Vorfeld angeschrieben worden. Aber viele hätten im digitalen Wahlkampf nicht erreicht werden können. Hinzu kommt: Alleine aus der Erstaufnahmeeinrichtung seien 1000 Briefe wieder zurückgeschickt worden, weil viele Adressaten weggezogen seien.

Gleichzeitig kämpfe das Gremium mit der Tatsache, immer wieder von vorne anfangen zu müssen, betont Sahin, der auch für die SPD im nächsten Stadtparlament vertreten sein wird: Viele Menschen, die sich an der Wahl zum Ausländerbeirat 2015 beteiligt hätten, seien eingebürgert - und nicht mehr wahlberechtigt.

Die vielen Stimmen, für Gießen International sieht Sahin als Bestätigung für die Arbeit der Gruppe: »Wir haben in den vergangenen fünf Jahren unheimlich viel gearbeitet«, sagt Sahin »und viel für das Zusammenleben und für die Integration geleistet.«(khn)

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