In der Schanzenstraße rücken Archäologen an. Der Hotelbau verzögert sich daher. 	FOTO: SCHEPP
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In der Schanzenstraße rücken Archäologen an. Der Hotelbau verzögert sich daher.

Stadtbefestigung

Gießen: Archäologischer Fund auf Haarlem-Areal bremst Hotel-Bauarbeiten

  • Christoph Hoffmann
    vonChristoph Hoffmann
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Bei Arbeiten auf dem Haarlem-Areal nahe der Westanlage in Gießen sind archäologische Funde aufgetaucht. Das hat auch Konsequenzen für das dort geplante Hotel mit Tiefgarage.

  • Bei Bauarbeiten im einstigen Haarlem-Areal in Gießen tauchen spektakuläre Funde auf.
  • Arbeiter stoßen dort auf auf Überreste der historischen Stadtbefestigung Gießens.
  • Der Bau eines neues Hotels verzögert sich durch die Entdeckung.

Gießen – Nun ist es soweit: Auf dem einstigen Haarlem-Areal in der Schanzenstraße sind Bauarbeiter auf Überreste der historischen Stadtbefestigung gestoßen. Für die Bauherren der Firma Faber und Schnepp kommt das wenig überraschend, schließlich waren bereits vergangenes Jahr auf dem Nachbargrundstück beeindruckende Funde aus der Zeit ans Licht gekommen, als Gießen noch eine mächtige Festung war. Laut Karl-Heinz Redant, Geschäftsführer von Faber und Schnepp, handelt es sich beim aktuellen Fund um Teile der Schanze, der die Straße ihren Namen zu verdanken hat. Was es damit im Detail auf sich hat, wie bedeutsam der Fund ist und wie es aus archäologischer Sicht weitergeht, ist noch unklar. Vom zuständigen Landesamt für Denkmalpflege in Hessen waren am Freitag keinerlei Informationen zu erhalten.

Gießen: Arbeiten für neues Hotel verzögern sich durch Funde

Auf dem Areal, wo bis vor drei Jahren der Musikkeller Haarlem zu finden war, soll ein Hotel mit 94 Betten, eine Tiefgarage mit 39 Stellplätzen sowie ein Gebäude mit 500 Quadratmetern Wohnfläche für studentisches Wohnen entstehen. Die Bauzeit für das 13 Millionen Euro teure Projekt bezifferte Redant jüngst beim Spatenstich mit 16 Monaten. Er schob aber auch hinterher: »Bei Funden verzögern sich die Arbeiten natürlich.« Das ist nun eingetreten. Gespräche mit den Archäologen laufen laut Redant bereits.

»In der nächsten Woche soll die Baugrubensicherung abgeschlossen werden. Wenn die Umschließung fertig ist, wird der Boden zwei Meter tief ausgehoben«, kündigt Redant an. Sobald das geschehen sei, würden die Bauarbeiter zurücktreten und den Archäologen das Feld überlassen.

Gießen: Archäologen Graben, Hotel-Planer warten

Das geplante Zeitfenster für den Bau des Hotels wird Faber und Schnepp, die das gesamte Projekt von Kai Laumann und seinem Geschäftspartner Hauke Weller übernommen haben, nicht einhalten können. »Die Fertigstellung wird sich nach hinten verschieben. Wie lange, kann man jetzt noch nicht sagen«, sagt Redant. »Das hängt davon ab, was die Archäologen finden.«

Vertragliche Probleme mit dem künftigen Mieter, der französischen Hotelkette »B&B«, haben die Gießener Tiefbauspezialisten aber nicht zu befürchten. Zwar ist schriftlich fixiert, dass die Arbeiten 16 Monate nach der Unterschrift unter dem Fördermittelvertrag abgeschlossen sein müssen. Laut Redant sind Verzögerungen durch potenzielle archäologische Funde von der Klausel jedoch explizit ausgenommen.

Der bauliche Lückenschluss rückt also weiter in die Zukunft. Dafür erhalten die Gießener womöglich neue Erkenntnisse über die Vergangenheit ihrer Heimatstadt.

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