"Historische Chance"

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Gießen(kw). Mit der Sanierung der Gummi- insel haben Stadt und Wohnbau "eine historische Chance wahrgenommen". Das sagte Noch-Wohnbau-Geschäftsführer Reinhard Thies am Mittwochabend in der Sitzung des Sozialausschusses. Das Projekt bilde den Abschluss der Sanierung der sozialen Brennpunkte in Gießen in den letzten 45 Jahren. Die Stadtverordneten stimmten dem Projektbeschluss ab dem dritten Bauabschnitt einstimmig zu. Es gab keine Diskussion über die Kostenschätzung von insgesamt 20 Millionen Euro, die der Magistrat vor wenigen Tagen bekannt gegeben hatte. 10 bis 26 Prozent davon müsse die Wohnbau tragen, hieß es.

Warum die mittlerweile denkmalgeschützte Rotklinker-Siedlung mit usprünglich 70 Wohnungen erst jetzt an der Reihe ist, fassten Thies wie auch Stadträtin Astrid Eibelshäuser (SPD) noch einmal zusammen. Rein wirtschaftlich gesehen hätte sich Abriss und Neubau gelohnt, zumal nur dann - mit zeitgemäßer Dämmung und Ausstattung - Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau hätten fließen können. Die Häuschen und für die Bewohner bezahlbare Mieten zu erhalten, kam der Quadratur des Kreises gleich. Den vergangenes Jahr begonnenen umfassenden Umbau möglich machte die Aufnahme ins Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus". Eibelshäuser dankte Thies für seinen Einsatz. Dr. Gregor Langenbrinck vom Berliner Büro für städtische Konzepte Urbanizer erläuterte noch einmal das Grünflächenkonzept für die Gummiinsel, das in enger Abstimmung mit den Bewohnern entsteht. Von Parkplätzen über Mülltonnen bis zu Fußwegen sei noch vieles offen. Viel Zustimmung gebe es zur Idee, aus der ehemaligen Gaststätte Knochenbrecher eine Erinnerungstätte zu schaffen - einen Treffpunkt, in dem beispielsweise alte Fotos hängen.

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