Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

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Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet: Knapp 30 Prozent aller Deutschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal betroffen. Depressionen, Angststörungen, Sucht oder Schizophrenie sind nicht nur mit erheblichen Leiden und Beeinträchtigungen für die Betroffenen verbunden. Auch das soziale Umfeld leidet unter der tabuisierten Krankheit. Am deutlichsten wird das, wenn psychisch erkrankte Menschen minderjährige Kinder haben.

Psychische Erkrankungen sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet: Knapp 30 Prozent aller Deutschen sind im Laufe ihres Lebens mindestens einmal betroffen. Depressionen, Angststörungen, Sucht oder Schizophrenie sind nicht nur mit erheblichen Leiden und Beeinträchtigungen für die Betroffenen verbunden. Auch das soziale Umfeld leidet unter der tabuisierten Krankheit. Am deutlichsten wird das, wenn psychisch erkrankte Menschen minderjährige Kinder haben.

Diese Kinder stehen daher im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts an sechs deutschen Universitäten, darunter die Justus-Liebig-Universität Gießen. Leiterin ist die Professorin Christina Schwenck, Professur für Förderpädagogische und Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der JLU.

Der Bund fördert das Teilprojekt "Emotionsverarbeitung und -regulation bei Kindern von Eltern mit psychischer Erkrankung" im Rahmen der Initiative "Gesund ein Leben lang" in den kommenden vier Jahren mit insgesamt rund 1,1 Millionen Euro. Beteiligt ist auch die Professur für Psychotherapie und Systemneurowissenschaften der JLU (Prof. Rudolf Stark). Am Standort Gießen werden zudem mögliche Übertragungswege der psychischen Erkrankung von den Eltern auf die Kinder untersucht. Dabei geht es vor allem darum, wie Kinder psychisch erkrankter Eltern Gefühle wahrnehmen, verarbeiten und steuern. Die Kinder nehmen an verschiedenen Verhaltensexperimenten teil. Von einem Teil der Kinder untersuchen die Wissenschaftler auch die Gehirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomografie (fMRT). "Von dieser Studie erhoffen wir uns Aufschluss über Ansatzpunkte präventiver Maßnahmen für die Kinder psychisch erkrankter Eltern", so Schwenck.

Für die Studie sucht das Gießener Wissenschaftlerteam noch Teilnehmer. Gesucht sind Eltern mit einer psychischen Erkrankung, die Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben, und sich einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung unterziehen wollen. Gleichzeitig werden Eltern ohne psychische Erkrankung mit Kindern im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren gesucht, um die Gefühlsverarbeitung der Kinder beider Gruppen vergleichen zu können. Selbstverständlich unterliegen die Wissenschaftler bei allen Erhebungen der Schweigepflicht.

Kontakt: Prof. Christina Schwenck, Abteilung für Förderpädagogische und Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Tel. 06 41/99-26 333, E-Mail: compare@psychol.uni-giessen.de.

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