Hilfe bei der Digitalisierung

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Gießen(pm). Eine "Smart Factory" baut die TH Mittelhessen in Gießen auf. Damit sollen kleine und mittelständische Unternehmen der Region bei der Digitalisierung ihrer Produktion unterstützt werden. Projektleiter ist Christian Überall, Professor für Industrie 4.0 und Digitalisierung. Das Land Hessen und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung der EU fördern das Vorhaben mit 880 000 Euro.

"Industrie 4.0" sei zwar in aller Munde, so Überall, viele kleinere Unternehmen scheuten wegen der vermeintlichen Komplexität des Prozesses aber davor zurück, in die Digitalisierung einzusteigen. Hohe Investitionskosten und die teilweise schwierige technische Umsetzung seien weitere Hemmnisse.

Die "Smart Factory Mittelhessen" soll helfen, diese Hürden zu überwinden. In der Produktionsstätte werden verschiedene Maschinen im Einsatz sein, an denen die Digitalisierung demonstriert werden kann. Vorhanden sind zum Beispiel eine Spritzgussanlage, eine CNC-Fräse, ein Laser, 3D-Drucker, verschiedene Robotertypen und ein autonomes Flurförderfahrzeug. Zur Ausrüstung gehören außerdem Computerbrillen, ein Echtzeitortungssystem und Software für die Produktionsplanung.

Von Kleinstserie bis Massenproduktion

In dieser Umgebung wollen Überall und sein Team zeigen, dass die Digitalisierung mit unkomplizierten Mitteln gelingen kann. Aktuell entwickeln die Wissenschaftler ein System, mit dem Maschinen auf einfache Weise in den automatisierten Produktionsprozess eingebunden werden.

Auch ein Webshop gehört zur Smart Factory. Dort kann ein Kunde Standardprodukte mit individuellen Merkmalen ausstatten. Seine Bestellung wird dann automatisch produziert und verpackt.

"Wir wollen zeigen, wie die Unternehmen Industrie 4.0 umsetzen können. Von der Losgröße 1 über eine Kleinserienproduktion bis hin zur Massenproduktion werden wir Konzepte entwickeln und Interessierten zugänglich machen," verspricht Überall.

Geplant sind außerdem Workshops zur Digitalisierung der Produktion, etwa in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer. Die Smart Factory soll auch ein Platz für die industrielle und anwendungsorientierte Forschung werden. Schwerpunkte werden dabei unter anderem auf Cloud Computing und Künstlicher Intelligenz liegen.

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