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Spatenstich für schnelles Internet im Innenhof der Theodor-Litt-Schule.

Highspeed »sehnlichst erwartet«

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Gießen (mö). Am Unterton von Michael Brumhard konnte man erahnen, auf welche Geduldsprobe die Schulen gestellt werden. »Ich traue meinen Ohren nicht, dass es jetzt Wirklichkeit werden soll«, sagte der Schulleiter der Theodor-Litt-Schule am Freitagmittag, als an der beruflichen Schule an der Ringallee der symbolische Spatenstich für den Anschluss der TLS ans schnelle Internet erfolgte.

Sogar ein Laptop mit der online zugeschalteten hessischen Digitalministerin Prof. Kristina Sinemus wurde in den Innenhof mitgenommen, als Vertreter von Landkreis, Stadt, Breitband Gießen GmbH und Telekom zu den Spaten griffen.

Im dritten Bauabschnitt des seit rund zehn Jahren laufenden Breitbandausbaus in Stadt und Landkreis Gießen sind jetzt auch die rund 100 Schulen und 780 weitere Gebäude an der Reihe. Dass die Bildungseinrichtungen erst jetzt drankommen, hängt laut Landrätin Anita Schneider mit dem späteren Start der »Gigabytestrategie« zusammen, bei der Glasfaserleitungen und nicht mehr die aufgemöbelten Kupferleitungen (Vectoring) zum Einsatz kommen. Gefördert werde auch nur ein Ausbau mit Glasfaserleitungen, fügte die Landrätin hinzu.

In diesem Jahr sollen noch 20 Schulen mit schnellem Internet versorgt werden, darunter in der Stadt Gießen laut Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser neben der TLS die ebenfalls berufliche Aliceschule, die drei großen gymnasialen Einrichtungen Liebigschule, Landgraf-Ludwigs-Gymnasium und Herderschule, die Alexander-von-Humboldt-Schule sowie mit der Georg-Büchner-Schule und der Pestalozzischule auch zwei Grundschulen.

Der Anschluss ans schnelle Internet werde überall »sehnlichst erwartet«, sagte Eibelshäuser. Wie wichtig schnelles Internet vor allem für die Berufsschulen ist, machte TLS-Leiter Brumhard deutlich. In Handwerk und Industrie komme überall - Stichwort »Industrie 4.0« - digitale Technologie zum Einsatz, was an den Schulen erlernt werden müsse. Dazu werde leistungsfähiges Internet gebraucht, erst recht unter den Bedingungen von Corona.

»Sie können sich ja vorstellen, was es heißt, wenn täglich 600 Schüler auf Lernplattformen zugreifen«, sagte Brumhard. Er hofft jetzt, dass den »wohlklingenden Worten« beim Spatenstich auch »bald die Taten folgen werden«. Allerdings können sich die Arbeiten an jeder Schule durchaus über Monate hinziehen.

Bis Ende 2022 fertig

Bis Ende 2022 sollen aber alle rund 100 Schulen in Stadt und Kreis an der Glasfaserleitung hängen.

Profitieren werden dann laut Schneider etwa 35 500 Schüler. 26 Millionen Euro werden im dritten Bauabschnitt investiert. Den Löwenanteil der Kosten übernehmen der Bund und das Land Hessen. Den Zuschlag für den Breitbandausbau erhielt die Telekom, deren Vertreter Fuat Dalar versicherte: »Über 98 Prozent der Haushalte und Einrichtungen im Landkreis Gießen kriegen Highspeed.« Insgesamt werden im dritten BA 430 Kilometer Glasfaser verlegt, davon 108 im Tiefbau. Zudem entstehen auf Gehwegen fast 200 weitere Netzverteilstationen.

Die Koordination des Ausbaus obliegt der 2011 gegründeten Breitband Gießen GmbH, der die Stadt Gießen damals beigetreten war.

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