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Der Weihnachtsbaum im Kanzleramt stammt in diesem Jahr aus Lollar. Foto: pm

Hessische Fichte in Berlin

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Gießen(pm). Der Weihnachtsbaum im Bundeskanzleramt stammt in diesem Jahr aus Lollar. Am vorletzten Wochenende brachten 16 ehrenamtliche Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Gießen die hessische Rotfichte ins Bundeskanzleramt nach Berlin, wo sie den Politikern nun festlich geschmückt als Weihnachtsbaum dient.

Dass das THW Gießen den Auftrag zur Weihnachtsbaum-Beschaffung erhielt, war wenig überraschend, denn traditionell ist das Bundesland, aus dem der Chef des Kanzleramts kommt, für den dortigen Weihnachtsbaum zuständig. Und Kanzleramtsminister Helge Braun, der auch Abgeordneter des Landkreises Gießen ist, hatte sich bereits im Vorjahr an das THW gewendet. Obwohl die Gießener Helfer bereits über Vorerfahrung verfügten, erforderte das Unterfangen erneut einen hohen Planungsaufwand. Neben der Abstimmung mit anderen Beteiligten mussten auch Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt werden. Etwas Restnervosität gab es daher trotzdem bei Ralph Jossa, dem stellvertretenden Ortsbeauftragten des THW Gießen, der für die Aktion verantwortlich war: "Auch wenn der Auftrag fachlich nicht schwierig ist, so gibt es doch vieles, was Drumherum zu beachten ist - es ist daher doch etwas ganz Besonderes."

Nachdem das THW Gießen den Baum in Zusammenarbeit mit dem Revierförster aus Lollar gefällt, gestutzt und zum Transport verpackt hatte, machten sich am Morgen um 7 Uhr 16 Ehrenamtliche aus Gießen auf den Weg in die Bundeshauptstadt. Im Anhänger des 13 Tonnen schweren Mannschaftslastwagens ruhte die 7,8 Meter lange Rotfichte auf einer speziellen Konstruktion aus Europaletten, Holzböcken und Spanngurten, damit sie keinen Schaden nimmt. Die übrigen THW-Angehörigen folgten in drei Mannschaftstransportwagen um 9 Uhr.

Vor Ort wurde die Lollarer Rotfichte von Berliner THW-Kräften mit einem Kran in den Ehrenhof gehoben. Von dort aus ging es nicht mehr mit maschineller Hilfe, denn die Fichte musste durch die nur zweieinhalb Meter breite Eingangstür bis an den Bestimmungsort im Obergeschoss getragen werden. Dort wurde der designierte Weihnachtsbaum mit Hilfe einer Leine aufgerichtet und anschließend geschmückt. "Mit der Kettensäge können wir schließlich hier nicht hantieren", sagt Jossa lächelnd, "daher haben wir uns im Vorfeld optimal vorbereitet, sodass jeder Handgriff sitzt und wir hier keine unnötigen Arbeiten erledigen müssen". Aufgrund der anspruchsvollen Tätigkeiten und der Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Einheiten sprach Oliver Jäger am Ende von einer "wertvollen Erfahrung für beide Gruppen".

Bei der Übergabe des Baumes war auch der Gießener Bürgermeister Peter Neidel als Vertreter der Stadt Gießen vor Ort. Gemeinsam mit den Helfern des THW bestand die Gelegenheit zum Gespräch mit Helge Braun. Dabei ging es unter anderen um den Stellenwert und die Stärkung des Ehrenamtes.

Mit im Gepäck war zudem ein besonderes Geschenk: eine der auf 100 Stück limitierten Weihnachtskugeln mit dem Gießener Stadtkirchenturm als Motiv. Diese wurde auf Geheiß der Bundeskanzlerin sofort an dem Weihnachtsbaum angebracht.

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