An Dreistigkeit kaum zu überbieten: Neben einem stark frequentierten Waldweg im Hangelstein wurde auf einer Strecke von rund 200 Metern jede Menge Hausrat verteilt. Foto: Oliver Schepp
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An Dreistigkeit kaum zu überbieten: Neben einem stark frequentierten Waldweg im Hangelstein wurde auf einer Strecke von rund 200 Metern jede Menge Hausrat verteilt.

Umweltfrevel

Hessen: Fast halbe Tonne Müll im Wald entsorgt - Doch Ehepaar verrät sich selbst

  • Guido Tamme
    VonGuido Tamme
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Im Januar kippen Unbekannte rund 400 Kilo Müll in ein Gießener Waldstück. Dabei unterläuft ihnen ein Fehler, der sie nun teuer zu stehen kommt.

Update vom Mittwoch, 21.04.2021, 11.49 Uhr: Jetzt wird es teuer für zwei Neu-Gießener, die im Januar 2021 riesige Mengen Müll im Waldgebiet „Hangelstein“ hinterlassen haben. Sie erwartet eine Bußgeldstrafe von insgesamt 10 500 Euro, wie die Stadt Gießen am Mittwoch (21.04.2021) mitteilte. Das Ordnungsamt hatte ein entsprechendes Verfahren, das inzwischen „rechtskräftig und vollstreckbar“ sei, angestrengt, weil das Ehepaar im Januar 2021 auf rund 200 Metern neben einem Waldweg zwischen Wieseck und Alten-Buseck seinen Unrat hinterlassen hatte: Unter anderem Kisten mit Kleidung, Büchern, CDs, alte Elektrogeräte, wie Küchenmaschinen und CD-Player, und mehrere Flaschen mit Reinigungsmitteln – alles in allem rund 400 Kilogramm Abfall.

Schon vor drei Monaten waren die Gießener Behörden optimistisch gewesen, den damals unbekannten Umweltsündern auf die Schliche kommen zu können, hatten diese doch auch Banküberweisungen, alte Kinderfotos und Kartons mit Adressaufklebern illegal im Wald entsorgt. „Als Verursacher wurde nun durch die nachforschenden Behörden ein Ehepaar ermittelt, das von Buseck nach Gießen gezogen war und sich dabei offensichtlich auf diese Weise des überzähligen Hausstands einfach entledigt hatte“, teilte Bürgermeister Peter Neidel nun mit. Über den Ermittlungserfolg freue er sich. „Hoffentlich spricht es sich herum, dass die Verursacher von Umweltverschmutzungen und illegaler Müllablagerungen häufig von den Polizeibehörden ermittelt werden können und mit harten Strafen rechnen müssen!“

Gießen: Riesige Menge Müll im Wald verteilt - Haben sich Täter selbst verraten?

Erstmeldung vom Freitag, 15.01.2021, 06.40 Uhr: Gießen - Ihren Augen kaum zu trauen glauben seit dem vergangenen Wochenend viele Spaziergänger und Jogger im Hangelstein. Denn beiderseits des Hauptwegs zwischen der Autobahnbrücke in Verlängerung des Treiser Wegs und der Gaststätte »Waldfrieden« liegt neuerdings jede Menge Haus- und Sperrmüll.

In den letzten Jahren wurden in dem Naherholungsgebiet zwar immer wieder einmal große Mengen Müll illegal abgeladen. Meist geschah dies nächtlich neben dem Weg, der vom »Waldfrieden« in den Wald hinein führt. Meist handelte es sich um eine Lastwagenladung Bauschutt, der offenkundig bei einer Gebäuderenovierung angefallen war. Diesmal haben sich dreiste Umweltsünder aber besondere Mühe gegeben: Sie haben den Hausrat auf einer Strecke von rund 200 Metern sorgsam beiderseits des Waldwegs verteilt. So wird das Aufräumen besonders aufwendig.

Umweltfrevler in Gießen: Hinweise gefunden

Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die illegalen Müllentsorger ermittelt, bestraft und zur Kasse gebeten werden können. Denn abgelagert wurden beispielsweise Verpackungskartons, die noch den Adressaufkleber des Empfängers in Buseck tragen. Oder Ausdrucke von Banküberweisungen aus dem Jahr 2012. Sogar Alben mit Baby- und Kinderfotos hatten empörte Spaziergänger entdeckt.

Die Forstverwaltung ist sogleich von Bürgern direkt oder über den städtischen Mängelmelder über den Umweltfrevel informiert worden. Sie wird die schätzungsweise 400 Kilogramm Müll in den kommenden Tagen aufsammeln und entsorgen lassen. Und natürlich werden die Hinweise auf die etwaigen Verursacher an die Polizei weitergeleitet.

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