Hermann Schmidt verlässt Landgericht

Gießen/Frankfurt (ti). Knapp neun Jahre lang war er beruflich in Gießen zu Hause - zunächst an der Spitze des Amtsgerichts, anschließend als Präsident des Landgerichts. Nun kehrt Hermann Josef Schmidt dorthin zurück, wo er nach der zweiten Staatsprüfung im Jahr 1978 als Richter auf Probe begann: an das Amtsgericht in Frankfurt.

Gießen/Frankfurt (ti). Knapp neun Jahre lang war er beruflich in Gießen zu Hause - zunächst an der Spitze des Amtsgerichts, anschließend als Präsident des Landgerichts. Nun kehrt Hermann Josef Schmidt dorthin zurück, wo er nach der zweiten Staatsprüfung im Jahr 1978 als Richter auf Probe begann: an das Amtsgericht in Frankfurt. Wie die AZ erfuhr, hält der 59-Jährige in Zukunft dort das Zepter in der Hand. Dem Vernehmen nach soll er am Freitag im Ministerium die Ernennungsurkunde erhalten.

Der gebürtige Wetterauer - am 31. März 1950 erblickte er in Ober-Mörlen das Licht der Welt - legte 1969 sein Abitur am altsprachlichen Gymnasium in Friedberg ab. Nach dem Wehrdienst in der Gießener Steubenkaserne studierte er von 1971 bis 1975 Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität, um seinen Traumberuf Wirklichkeit werden zu lassen. Während er die Zeit als Referendar nach dem ersten Staatsexamen noch in der Universitätsstadt an der Lahn verbrachte, zog es ihn schon nach der zweiten Staatsprüfung an den Main. Als Richter auf Probe begann er 1978 am Amtsgericht Frankfurt, drei Jahre später wurde er zum Richter auf Lebenszeit ernannt. In den Jahren 1996 und 1997 folgte eine Abordnung an das dortige Oberlandesgericht, bevor der Vater zweier Töchter 1998 zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Frankfurt ernannt wurde.

Zu Beginn des neuen Jahrtausends führte der Weg des Vollblutjuristen wieder nach Gießen, wo er am 1. April 2001 zunächst Vizepräsident am Amtsgericht wurde, bevor er dort zweieinhalb Jahre später an die Spitze aufrückte. Doch damit nicht genug. Auf der Karriereleiter kletterte der Liebhaber religiöser und historischer Bücher vier Jahre später eine weitere Sprosse nach oben und bezog den Chefsessel auf der anderen Straßenseite. Am 10. Dezember 2007 führte ihn Justizminister Jürgen Banzer offiziell in das Amt des Gießener Landgerichtspräsidenten ein, und Schmidt wurde höchster Richter Mittelhessens. Ab 1. Februar nun soll der Mann aus Ober-Mörlen, der sich beim Lesen, Walken, Radfahren und Skilaufen entspannt, die Geschicke des größten Gerichtes in Hessen lenken.

Wer in Gießen seine Nachfolge antritt, ist noch nicht bekannt. Die Stelle wird vermutlich neu ausgeschrieben werden. Bis ein Chef gefunden ist, übernimmt Vize Dr. Dietwin Johannes Steinbach kommissarisch die Leitung.

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