Hermann-Hoffmann-Akademie eröffnet

Gießen (cst). Kinder und Jugendliche können Biologie erforschen, Studierende zugleich in der Betreuung "lernen durch Lehren": Diese Ziele verfolgt die Hermann-Hoffmann-Akademie, die am Dienstagabend feierlich eröffnet wurde.

Die Justus-Liebig-Universität schafft in der Senckenbergstraße 17 einen besonderen Lernort. Nachwuchskräfte finden der wissenschaftliche Leiter des Botanischen Gartens, Prof. Volker Wissemann, und der Biologiedidaktiker Prof. Hans-Peter Ziemek zukünftig in der Liebigschule und im Landgraf-Ludwigs-Gymnasium: Mit diesen Gießener Gymnasien schloss die JLU zum Abschluss der Veranstaltung einen Kooperationsvertrag.

Die Hermann-Hoffmann-Akademiesei von besonderer Bedeutung, "weil das Lehramt für die Uni wichtig ist", erklärte JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee bei seiner Eröffnungsrede. Schließlich strebten 20 Prozent der Studenten den Lehrerberuf an. Sie könnten nun in den Räumen der Akademie eigenständig wissenschaftliche Projekte zu biologischen Themen mit Schülern planen. Diese erhalten authentische Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisprozesse. So könne die "Begeisterung für das Lehramt oder Naturwissenschaften geweckt werden", hofft Mukherjee.

In den Räumen gleich neben dem Botanischen Garten gibt es einen Kursraum, ein Schüler- und Forschungslabor, eine Dino-Werkstatt, eine Bibliothek, einen Hörsaal sowie einen Aquarien- und Vivarienraum, in dem Lehramtsstudierende sich mit dem Einsatz von Tieren im Biologieunterricht beschäftigen. Auch das Implantarium, die Grüne Schule der JLU, hat hier ihren Platz. Das Land Hessen unterstützt die Einrichtung mit 1,3 Millionen Euro aus dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget. Staatssekretär Ingmar Jung vom Wissenschaftsministerium ließ sich vor Ort davon überzeugen, dass das Geld gut angelegt ist.

Dafür sorgte besonders der als unterhaltsamer Gesprächspartner bekannte Ziemek, der den Staatssekretär auf die Bühne holte und ihm eine "Ditte" überreichte. "Wie Sie sehen, habe ich Herrn Jung in einen Lernprozess hereingebracht", erklärte Ziemek, "er hält eine Sache in der Hand, die er nicht kennt, aber ihn interessiert." Eine Ditte ist ein Stück getrockneter Kuhmist, der auf Halligen früher als Brennmaterial eingesetzt wurde.

Neugier weckte ebenso der Vortrag von Wissemann mit dem vielversprechenden Titel "Botanik ist die photoskotochromothermokryohydrogeoaërooryktozoophytoanthropobiomorphostoechiogenimetriskopische Phytologie". Wissemann erläuterte die Bedeutung des Botanischen Gartens, die Geschichte des Akademiegebäudes und vor allem, warum Hermann Hoffmann der "ideale Namenspatron" sei. Das Gießener "Hoffmännle" war 40 Jahre Direktor des Botanischen Gartens und wurde sogar von Charles Darwin als Referenz angegeben.

Heute "bunter Abend"

Der neu gegründete Förderverein hält zur Eröffnung der Hermann-Hoffmann-Akademie am heutigen Donnerstag einen "bunten Abend" ab, bei dem die Unterhaltung im Vordergrund stehen soll. Neben "Couchgesprächen" mit Prof. Martin Bergmann, Wissemann und Ziemek wird ein urzeitliches Daumenkino vorgestellt, bevor eine "Bioshow für Anfänger" aufgeführt wird.

Universität: Hermann-Hoffmann-Akademie gegründet

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