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Hells Angels Gießen: ZDF-Doku legt drei mögliche Motive für Mucuk-Mord nahe

Der Fall des getöteten Gießener Hells-Angels-Präsidenten Aygün Mucuk ist Teil einer großen ZDF-Dokumentation am Samstag. Wir haben die dreiteilige Sendung bereits gesehen.

Es waren mindestens zwei Täter, die ihm vor seiner Wohnung auflauerten: Bis heute ist der Mord an Aygün Mucuk, damals Chef der Gießener Hells Angels, ungeklärt. Mit 17 Schüssen war er regelrecht hingerichtet worden.

Nun widmet sich das ZDF in einer großen Dokumentation dem Thema Hells Angels: "Rockerkrieg" heißt die dreiteilige Sendung, die am Samstag auf ZDFinfo ausgestrahlt wird.

Gezeigt werden im Teil über die Hells Angels Gießen keine neuen Bilder. Sie waren bereits bei Dokumentationen in "Spiegel TV" zu sehen. Dennoch ist auch der Gießen-Aspekt der Sendung sehenswert: Denn aufgezeigt werden recht klar drei mögliche Motive für den Mord. 

  1. Der Machtkampf zwischen alten und neuen Hells Angels ist Grundlage für Theorie 1: In Frankfurt waren einige Jahre vor dem Aufstieg Aygün Mucuks immer mehr junge Männer mit Migrationshintergrund - rekrutiert für den Kampf gegen die Bandidos - dem Club beigetreten. Einer der ersten Neuen mit ausländischen Wurzeln: der Gießener. 2014 gründete er sein eigenes Charter in Gießen. Der Bruch mit den Frankfurtern war bald besiegelt. Lukrative Türsteherjobs gibt es schließlich nicht wie Sand am Meer. Ging es beim Mord um regionale Streitigkeiten? 
  2. Bilder aus dem Clubheim in Wettenberg geben dem ZDF den ersten Anlass für Theorie 2: Zu sehen sind Szenen einer Party für einen Hells Angel, bevor dieser den Gang ins Gefängnis antreten muss. Unter anderem hatte Aygün Mucuk hier seine Familie eingeladen: Offenbar nicht gerade üblich. Die Tatsache, dass er ein Kamerateam nah an sich und seine Leute heranbrachte, ist ebenfalls mehr als ungewöhnlich in der Szene. "Auch im eigenen Charter sind viele von seinen Alleingängen genervt", heißt es entsprechend in der Dokumentation. Eine andere Szene zeigt Mucuk im Waldorf-Astoria zu Berlin, "während seine Club-Brüder in einem Billig-Hotel mit Schulklassen übernachten." War Ärger innerhalb der Gießener Hells Angels Hintergrund für den Mord? 
  3. Der Besuch in Berlin liefert auch Anlass für Theorie 3: Aygün Mucuk ist laut ZDF in der Hauptstadt, um der Beerdigung eines Mitglieds der Guerilla Nation beizuwohnen. Der Mann war von hinten erschossen worden. Sogar den Trauermarsch führt der damalige Boss der Gießener Hells Angels an. "Dass die Guerilla Nation den Berliner Hells Angels Probleme macht, dass es sogar zu Auseinandersetzungen kam, stört Mucuk wenig", wird in der Dokumentation erklärt. Eine Woche später ist der Gießener tot. Führten richtungsweisende Streitigkeiten innerhalb der Hells Angels zum Mord? 

Bis heute ist der Mord an dem damals 45-Jährigen nicht aufgeklärt. Die dreiteilige Dokumentation "Rockerkrieg", in der es auch um Aygün Mucuk und die Hells Angels Gießen geht, ist am Samstag ab 20.15 Uhr auf ZDFinfo zu sehen. 

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