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Die Heldin aus der zweiten Reihe

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Gießen(chh). Viele Gießener arbeiten derzeit in der ersten Reihe, um das Leben auch während der Corona-Krise aufrechtzuerhalten. Das gelingt nur, weil es auch Helden in der zweiten Reihe gibt. Dazu gehört auch Evghenia Roschdestwenski. Die Erzieherin kümmert sich derzeit in der Notbetreuung der Weißen Schule um Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind. Und dabei ist eine Aktion entstanden, über die sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Mitarbeiter des Universitätsklinikums sehr gefreut haben.

Bilder für das Klinikum gemalt

"Ich hatte die Idee, dass die Kinder dem Personal des Krankenhauses Bilder malen könnten", sagt die 54-Jährige. "Quasi als ein großes Dankeschön für ihren Einsatz." Die Jungs und Mädchen seien gleich begeistert gewesen und hätten zu Stift und Papier gegriffen. Per Post gingen die gemalten Grüße an die Klinik. Beigefügt war eine Karte an das "liebe Krankenhaus" mit einem Dank "an alle Menschen, die im Krankenhaus arbeiten". Und diese lieben Grüße wurden dann auch prompt erwidert. "Das Personal hat uns ein Foto geschickt, auf dem sie Mundschutz tragen und die Bilder in den Händen halten", erzählt Roschdestwenski und fügt an, dass die Kinder ganz aus dem Häuschen gewesen seien. "Sie waren überglücklich und haben direkt geschaut, wer welches Bild in den Händen hält."

Neben Malen stehen in der Notbetreuung aber noch viele weitere Beschäftigungen auf dem Programm. "Es wird viel gebastelt, und wir gehen in den Garten. Natürlich ist die Situation für die Kinder ungewohnt. Aber wir haben Glück, sie sind alle in einem ähnlichen Alter und spielen wunderbar zusammen", betont die Erzieherin.

Corona sei zwar präsent, die Jungen und Mädchen würden es aber nicht zu hoch hängen. "Sie haben Besseres zu tun. Nämlich spielen." Roschdestwenski lacht, dann fügt sie hinzu: "Das ist das Schöne an der Kindheit."

Derzeit sind es meist zwischen drei und sieben Erst- und Drittklässler, die in der Weißen Schule betreut werden. Sonst sind es 123. "Wir können daher auf jedes Kind persönlich eingehen und viele Gespräche führen. Alles ist ein bisschen entspannter." Die Kinder hätten sich sogar schon daran gewöhnt, Abstand zu halten, auch wenn das natürlich nicht durchgängig möglich sei. Die Handschuhe der Erzieherinnen empfänden sie auch nicht als störend.

"Die Kinder sind also entspannt. Und ihre Eltern dankbar." Und haben dadurch Zeit, den Laden am Laufenden zu halten.

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