Heftige Kritik an Abläufen im BAMF-Ankunftszentrum

Gießen (mö). Es gibt heftige Kritik an der Arbeit des Ankunftszentrums für Asylbewerber im früheren US-Depot. Flüchtlingshelfer und Kommunalpolitiker aus Mittelhessen sprechen von "skandalösen" und "chaotischen" Verhältnissen.

In dem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (HEAE) betriebene Zentrum, das in der vergangenen Woche seinen Regelbetrieb aufgenommen hatte, laufen offenbar einige Dinge schief. In einer Bearbeitungsstraße sollen Flüchtlinge, die teilweise seit einem Jahr auf ihre Anhörung warten, dort endlich ihre Asylanträge stellen.

Dabei kam es laut Wetzlarer Neuer Zeitung, an die sich Flüchtlingshelfer aus dem Lahn-Dill-Kreis gewandt hatten, zu chaotischen Szenen, weil innerhalb kürzester Zeit fast 2000 Asylbewerber aus den Kreisen Lahn-Dill und Marburg-Biedenkopf das Zentrum durchlaufen sollten. Die Menschen hätten stundenlang stehend warten müssen, zwischenzeitlich sei das Online-Antragssystem, das Grund für die zentrale Bearbeitung der Asylanträge in Gießen sei, zusammengebrochen. Zudem hätten die Flüchtlinge in völlig überhitzten Zelten übernachten müssen. Stephan Aurand, Erster Beigeordneter des Lahn-Dill-Kreises nannte die Verhältnisse "unglaublich" und kündigte eine Beschwerde bei BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise an.

Dass es in dem Ankunftszentrum zu einer zentralen Bearbeitung der Asylanträge kommt und deshalb Flüchtlinge aus ganz Hessen in großer Zahl nach Gießen gebracht werden, hatte Weise bereits im Mai bei der Vorstellung des Gießener Zentrums angekündigt. Dem Vernehmen nach geht es um 35 000 bis 45 000 Menschen. Dass das Ankunftszentrum indes erst jetzt in den Regelbetrieb gegangen ist, sorgte am Freitag beim FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich, der den an der Rödgener Straße ansässigen Helferverein an.ge.kommen besuchte, für Kopfschütteln: "Ich dachte, die legen danach auch los." Das BAMF und das Land Hessen hatten im Mai anlässlich des Weise-Besuchs angekündigt, dass das Zentrum im Juni betriebsbereit sein wird.

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