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Hausbesetzung

Hausbesetzung: Gießener Studenten "beleben" Leerstand

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Eine Gruppe aus Gießener Studenten und Absolventen hat am Montagmorgen ein leerstehendes Gebäude an der Senckenbergstraße besetzt. Sie sprechen von einer "Belebung" des Hauses.

+++ Update: Die Besetzung ist seit dem Montagnachmittag friedlich beendet. Das Präsidium der JLU hat den betroffenen Personen - größtenteils Studierende der JLU - zugesichert, mit ihnen im Gespräch zu bleiben, um Wege zu finden, die Wünsche und Forderungen der Gruppe zu erfüllen. Die Gespräche hätten bislang in einem sehr konstruktiven Klima stattgefunden, betonte die Kanzlerin.

Die Gruppe "Kultlab 22.10" hat ein Gebäude nahe des Gießener Zeughauses besetzt. Alles läuft sehr friedlich ab. Die Polizei war zwischenzeitlich vor Ort, ist inzwischen aber auch wieder abgezogen. Auch die Kanzlerin der Uni Gießen,  Susanne Kraus, war eingetroffen, um sich mit den zehn bis 20 Aktivisten zu verständigen.

45 Minuten, nachdem die Kanzlerin das Gebäude betreten hatte, eilte eine Sprecherin der Aktivisten freudestrahlend heraus. "Wir dürfen erst einmal bleiben."  Demnach werde sich die Universität nun mit den Forderungen der Aktivisten beschäftigen und danach entscheiden, wie es weitergehen soll. Von Anzeigen wegen Hausfriedensbruch will die Uni laut der Aktivistin absehen. Eine offizielle Bestätigung der Universität steht noch aus.

Die Gießener Studenten und Absolventen sprechen auch explizit von einer "Belebung" und richten sich positiv an den Präsidenten der Justus-Liebig-Universität: "Das Gebäude stand trotz Wohnungs- und Raumnot seit Jahrzehnten leer und ungenutzt in zentraler Lage und wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass es nun wieder genutzt wird. Nachdem Sie vor Kurzem an Vermieter*innen appelliert haben, vorhandenen Wohnraum anzubieten, können Sie nun mit gutem Beispiel vorangehen", erklärt "Kultlab 22.10" öffentlich.

Die "Beleber" nennen konkrete Vorstellungen, wie sie das Gebäude nutzen wollen. Drei Auszüge:

  1. Das Kultlab soll ein Raum der Teilhabe an Entscheidungsprozessen und Diskussionen sein!
  2. Die Räume des Kultlab sollen Schlafmöglichkeiten bieten, eine Unterkunft und ein Raum für Kreativität sein!
  3. Das Kultlab soll ein Bildungsraum sein, in dem vom Töpferkurs bis zur Theoriedebatte alles möglich ist.

Das Statement im Originalwortlaut finden Sie hier.

Joybrato Mukherjee sei als Präsident der Uni Gießen eingeladen, gemeinsam über die Vorstellungen der Aktivisten zu sprechen. "Wir fordern Bildung für alle, Wohnraum für alle und Mitbestimmung für alle", heißt es in der Stellungnahme. 

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