Harter Kampf um Gleichberechtigung

Vor 100 Jahren proklamierte die Weimarer Republik das aktive sowie passive Wahlrecht für Frauen. Anlässlich dieses Jubiläums lud die Justus-Liebig-Universität in ihr Hauptgebäude ein. Mit Bewunderung und Demut eröffnete Vizepräsidentin Verena Dolle die Veranstaltung: "Meine Herren und Damen, dies ist die selbe Eröffnung, die vor 100 Jahren im Reichstag der Weimarer Republik genutzt wurde." Auch wenn das Jubiläum Grund zum Feiern gäbe, seien doch aktuelle Entwicklungen erschreckend. Auch heute noch seien die Rechte der Frauen auf politische Teilhabe, Erwerbsarbeit und Besitz umstritten.

Von DHG

Vor 100 Jahren proklamierte die Weimarer Republik das aktive sowie passive Wahlrecht für Frauen. Anlässlich dieses Jubiläums lud die Justus-Liebig-Universität in ihr Hauptgebäude ein. Mit Bewunderung und Demut eröffnete Vizepräsidentin Verena Dolle die Veranstaltung: "Meine Herren und Damen, dies ist die selbe Eröffnung, die vor 100 Jahren im Reichstag der Weimarer Republik genutzt wurde." Auch wenn das Jubiläum Grund zum Feiern gäbe, seien doch aktuelle Entwicklungen erschreckend. Auch heute noch seien die Rechte der Frauen auf politische Teilhabe, Erwerbsarbeit und Besitz umstritten.

Mit Sorge blickte Dolle auf andere Universitäten Europas, wie beispielsweise in Ungarn, wo durch Regierungserlass die "Gender Studies" als Lehr- und Forschungsgebiet gestrichen wurden. "Auch nach 100 Jahren haben wir als Hochschule eine besondere Verantwortung, kritisch über Missstände und Ungleichheiten zu diskutieren", sagte Dolle. Denn auch in Gießen tue sich etwas. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Uni Gießen, Nadyne Stritzke, habe Angst vor aktuellen Entwicklungen und der neuen rechten Bewegung: "Als Feministin zolle ich dem Jubiläum meinen Respekt", sagte Stritzke. Angesichts aktueller Entwicklungen sei ihr Amt wichtiger denn je.

"Rechte haben kein Geschlecht"

Neben einer inhaltlichen Einführung in das Thema von Simone Abendschön, Professorin für Politikwissenschaft, fanden sich vier starke Frauen zusammen, um auf einem Podium 100 Jahre Frauen- und Gleichstellungsbewegung Revue passieren lassen. Die Erfolge seien "keine Selbstverständlichkeit", meinte Jana Günther, Soziologin aus Dresden. Zudem sei es nicht nur wichtig, für weitere Rechte zu streiten, sondern auch erkämpfte Rechte zu verteidigen, fügte Franziska Schutzbach, Medienwissenschaftlerin aus Basel, hinzu. Denn, so Schutzbach: "Die Menschenrechte haben kein Geschlecht." Moderiert von Louisa Süß, feministische Aktivistin aus Gießen, diskutierten die Frauen mit Christel Riemann-Hanewinckel, ehemalige Parlamentarische Staatssekretärin, und Rebecca Beerheide, Journalistin aus Berlin. Die Repräsentation von Frauen und Transmenschen sei nach wie vor viel zu gering in Politik und Wirtschaft. Aber die Bewegung müsse auch selbstkritisch gegenüber feministischen Debatten seien.

Nach der lebhaften Podiumsdebatte wurde noch ein amüsantes Improvisationstheaterstück der Berliner "Gorillas Gruppe" aufgeführt.

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