Harte Krimikost von Sven Heuchert und Sascha Gutzeit

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Krimifestival-Organisator Uwe Lischper war voll des Lobes. Der Krimi "Dunkels Gesetz", den Autor Sven Heuchert im gut besuchten Ulenspiegel vorstellte, ist für ihn der beste Krimi des Jahres 2017. Filmfirmen streiten bereits um die Rechte zur Verfilmung.

Krimifestival-Organisator Uwe Lischper war voll des Lobes. Der Krimi "Dunkels Gesetz", den Autor Sven Heuchert im gut besuchten Ulenspiegel vorstellte, ist für ihn der beste Krimi des Jahres 2017. Filmfirmen streiten bereits um die Rechte zur Verfilmung.

"Dunkels Gesetz" steht in der Tradition des Crime noir. Es gibt keinen adretten Ermittler, sondern nur von Obsessionen getriebene Protagonisten, die eher schlecht als gut sind. Auch der ehemalige Fremdenlegionär Richard Dunkel gehört in diese Kategorie. In "Dunkels Gesetz" soll er für eine Chemiefirma eine ehemalige Mine bewachen. Er begegnet Menschen, die auf der Suche nach dem großen Geld sind und dafür über Leichen gehen: der Zuhälter Falko, der angehende Drogenhändler Achim oder dessen Lebensgefährtin samt Tochter.

Sven Heuchert schaffte das Kunststück, bei seiner Auswahl der Kapitel zum Vorlesen einen Eindruck von der düster-bedrohlichen Atmosphäre dieses Krimis mit durchaus deftigen Gewaltszenen zu vermitteln, ohne von der eigentlichen Handlung allzu viel zu verraten. Kurze, schnörkellose Sätze, die Stimmung unterstreichende Adjektive im Übermaß und drastische Darstellungen – Heuchert lieferte in der Tat harte Kost, die für eine Krimifestivalbesucherin definitiv zu viel war, die in der Pause die Veranstaltung verließ. Andere wiederum hatten an dem Stil Heucherts, der ein wenig an Raymond Chandler erinnert, viel Vergnügen und ließen sich zur Überraschung des Autors eifrig Autogramme geben. Sascha Gutzeit, der am nächsten Abend an gleicher Stelle vor ausverkauftem Haus auch seine neue "Best of Engelmann"-CD präsentierte, sorgte an der elektrischen Gitarre für den dazu passenden Sound. Nachdem Lesestimme und Gitarrenklang ausbalanciert waren, ergab das eine beeindruckende Symbiose. (Foto: pm)

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