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Abdul-M. Kunze (h.) kutschiert Reimer Gronemeyer (r.) und Sohn David mit der Rikscha.

Halbzeit für Rikscha-Projekt

Gießen (keh). Stolz zeigt Abdul M. Kunze seinen »Pilotenausweis« für die E-Rikscha. »Ich musste sogar eine Fahrprüfung machen«, scherzt der Mann vom Stadttheater. Am Mittwochabend durfte er Prof. Reimer Gronemeyer von der »Aktion Demenz« und seinen Sohn David durch Gießen kutschieren. Der Anlass: Halbzeit des Rikscha-Projekts der »Initiative Demenzfreundliche Kommune - Stadt und Landkreis Gießen« (IDfK) und »Frosch - Kultur im Alter«.

Seit Anfang Juni ist die Rikscha jeden Tag im Einsatz. Bislang haben sich sieben Seniorenheime und Tagesstätten an der Aktion beteiligt. Das Angebot richtet sich vor allem an Demenzkranke und Senioren mit eingeschränkter Beweglichkeit. Auch private Anmeldungen sind erlaubt und bisher 15-mal umgesetzt worden. Rund 450 Kilometer haben die ehrenamtlichen Piloten nun in Stadt und Landkreis Gießen zurückgelegt.

»Am Anfang war das sehr ungewohnt. Man muss den Lenker richtig festhalten«, erklärt Kunze, der selbst passionierter Lastenradfahrer ist. Dagmar Hinterlang von der IDfK ergänzt deshalb, dass alle Freiwilligen, die sich für das Projekt gemeldet haben, vorher mindestens eine Fahrstunde mit der E-Rikscha absolvieren mussten. Probleme, ehrenamtliche »Piloten« zu finden, gab es nicht. »Schnell haben sich mehr als 20 Fahrer gefunden«, sagt Hinterlang.

Kunze war einer davon. Im Stadttheater habe er bereits mit Demenzkranken und alten Menschen gearbeitet. »Das ist nicht nur ein tolles Projekt für die Leute, die gefahren werden.« Auch den Gießenern würde die E-Rikscha Spaß bringen. »Die sitzen in Cafés und winken.« Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz stimmte zu. Das sei ein so tolles Projekt, dass sie selbst eine der Fahrten übernehmen werde, falls Termine frei seien.

Und die gibt es. Laut Hinterlang sind noch Termine verfügbar. Die Strecke war am Mittwoch für Gronemeyers frei wählbar. Vater und Sohn entschieden sich für eine Tour um den Schwanenteich. »Da ist Tempo 30«, sagte Kunze und scherzte: »Ich habe ein bisschen Angst, geblitzt zu werden.«

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