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Kristina Hänel

Hänel: Corona lässt Schwangere verzweifeln

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Gießen(kw). Der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch sei wegen der Corona-Pandemie gefährdet. Etliche betroffene Frauen gerieten deshalb "in Panik", sagt die Gießener Ärztin Kristina Hänel. Manche versuchten, die Schwangerschaft mit unsicheren Methoden selbst zu beenden, andere seien suizidgefährdet. Vor allem Krankenkassen müssten sich dringend an die Krisenbedingungen anpassen.

Normalerweise müssen ungewollt Schwangere für eine Abtreibung drei bis vier persönliche Termine außer Haus wahrnehmen. Die Pflichtberatung werde von den meisten Stellen sichergestellt, seit Neuestem ist sie auch per Videotelefonat möglich. In Praxen und Kliniken mangele es an Schutzausrüstung und Zeit.

Größtes Manko sei derzeit, dass die Kostenübernahmeerklärung des Landes nicht zügig ankomme, sagt die 63-Jährige. Einige Krankenkassen seien schwer erreichbar, der Postweg dauere zu lange. Hänel fordert außerdem, dass Frauen bei medikamentösem Abbruch die zweite Arznei zu Hause mit telemedizinischer Betreuung vornehmen. Das sei in anderen Ländern üblich.

Die Allgemeinmedizinerin, die mit ihrer Kampagne gegen den Paragrafen 219a bekannt wurde, sieht aber Besserung in Sicht: "Meine Erfahrung ist: Die Politik und andere zuständige Stellen sind sich der Probleme bewusst." FOTO: SCHEPP

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