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Hält Vogelsbergbahn am US-Depot?

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Von: Burkhard Möller

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Gießen (mö). »Der Antrag könnte auch von den Grünen sein«, sagte ein Zuschauer auf der Tribüne des Stadtverordnetensitzungssaals, als bei der Bauausschusssitzung die Drucksache 1263/2018 aufgerufen wurde. Der Vorschlag, am früheren US-Depot wieder einen Haltepunkt der Vogelsbergbahn einzurichten, kam aber nicht von den Grünen, sondern vom AfD-Stadtverordneten Thomas Biemer. Da der Vorstoß aus der größten Oppositionsfraktion allenthalben als sinnvoll betrachtet wird, zackerte die Koalition am Dienstagabend auch nicht lange herum. »Wir halten das grundsätzlich für eine vernünftige Idee«, sagte Markus Labasch (Grüne). Seinem Vorschlag, dem Magistrat einen Auftrag für eine erste Prüfung der Realisierbarkeit des Bahnhaltepunkts zu erteilen, folgte der Ausschuss einstimmig.

Gießen (mö). »Der Antrag könnte auch von den Grünen sein«, sagte ein Zuschauer auf der Tribüne des Stadtverordnetensitzungssaals, als bei der Bauausschusssitzung die Drucksache 1263/2018 aufgerufen wurde. Der Vorschlag, am früheren US-Depot wieder einen Haltepunkt der Vogelsbergbahn einzurichten, kam aber nicht von den Grünen, sondern vom AfD-Stadtverordneten Thomas Biemer. Da der Vorstoß aus der größten Oppositionsfraktion allenthalben als sinnvoll betrachtet wird, zackerte die Koalition am Dienstagabend auch nicht lange herum. »Wir halten das grundsätzlich für eine vernünftige Idee«, sagte Markus Labasch (Grüne). Seinem Vorschlag, dem Magistrat einen Auftrag für eine erste Prüfung der Realisierbarkeit des Bahnhaltepunkts zu erteilen, folgte der Ausschuss einstimmig.

Die Argumente für einen Haltepunkt am früheren US-Depot liegen auf der Hand. An der Rödgener Straße wird im Wohn- und Gewerbegebiet »Alter Flughafen« in den nächsten fünf Jahren ein eigener Stadtteil mit etwa 1000 Bewohnern und 2000 Beschäftigten entstehen, hinzu kommt die weitere Nutzung des früheren Militärareals als Ankunftszentrum und Unterkunft für Asylbewerber. Mit einem Bahnhaltepunkt dort würden Anwohner und Beschäftigte auch über eine schnelle Verbindung zum Bahnhof verfügen, die zudem die stark belastete Stadtbuslinie 1 und das Straßennetz entlasten könnte. Eine solche Nutzung des Zugs quasi als S-Bahn gibt es bereits im Abschnitt zwischen dem Haltepunkt Licher Straße und dem Bahnhof. Für diese Strecke braucht die Bahn nur drei Minuten, die Stadtbuslinie 2 ist zwischen der Haltestelle Friedensstraße an der Licher Straße und dem Bahnhof dagegen fast 20 Minuten unterwegs.

Die AfD hatte sich für die »unverzügliche« Aufnahme von Verhandlungen der Stadt mit RMV, der DB Netz, DB Service sowie der Depoteigentümerin Revikon und für die Einstellung von Planungskosten in Höhe von 50 000 Euro in den Stadthaushalt ausgesprochen. Diese Gespräche sollen nun Bestandteil der Prüfung durch den Magistrat sein, der zudem eine grobe Kostenschätzung abgeben soll. Klar ist: Schnell wird der Haltepunkt, der Auswirkungen auf den Fahrplan der 106 Kilometer langen Strecke zwischen Gießen und Fulda hätte, nicht kommen. Derzeit halten die Züge der Hessischen Landesbahn an der Licher Straße und dann wieder in Großen-Buseck. Früher gab es Stopps am Flughafen/US-Depot und in Rödgen.

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