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Auch in den Gießener Filialen macht sich der Hackerangriff bemerkbar. Einige Produkte fehlen.

Cybercrime

Hackerangriff trifft auch Gießener Tegut-Filialen

  • Christoph Hoffmann
    VonChristoph Hoffmann
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Ein Hackerangriff hat die Supermarktkette Tegut getroffen. Einige Produkte fehlen daher in den Regalen, auch in Gießen.

Gießen – Milch, Sahne, Joghurt sowie Fleisch und Wurst waren in den vergangenen Tagen in vielen Tegut-Filialen Mangelware. Grund ist ein Hacker-Angriff auf die Supermarktkette. »Unbekannte haben einen sogenannten Cyberangriff auf das IT-Netzwerk des Unternehmens verübt. Sämtliche IT-Netzwerksysteme der Zentrale sind daraufhin gemäß Notfallplan heruntergefahren und vom Netz genommen worden«, heißt es diesbezüglich auf der Homepage des Unternehmens. Der Angriff liegt jetzt knapp zwei Wochen zurück, trotzdem bekommen sowohl Kunden als auch Mitarbeiter die Auswirkungen noch immer zu spüren.

Hackerangriff auf Tegut in Gießen: Keine Angebote, keine Gutscheine

Auch in den beiden Gießener Filialen in der Galerie Neustädter Tor sowie in der Adolph-Kolping-Straße waren einige Produkte in den vergangenen Tagen nicht zu bekommen. Gegenüber der Hessenschau sagte Tegut-Pressesprecher Matthias Pusch, das besonders frische Waren wie Wurst und Milchprodukte betroffen seien. Inzwischen habe sich die Situation aber deutlich gebessert: »Wenn man sich umguckt, muss man sagen, dass alle Märkte wieder gut bestückt sind.« Zumindest in der Filiale am Neustädter Tor waren am Freitag aber noch deutliche Lücken im Sortiment zu erkennen. Neben den frischen Waren fehlten zum Beispiel Kaffee und Toilettenpapier. Auf Zetteln wurden die Kunden auf die »strukturellen Probleme« durch den Hackerangriff hingewiesen. Auch Aktionsangebote mussten gestrichen werden, Gutscheine konnten nicht angenommen werden.

Für die Mitarbeiter ist die aktuelle Lage eine große Herausforderung. Denn durch das Herunterfahren der Systeme sind auch bestimmte Warenwirtschaftsprogramme nicht einsatzbereit.

Gießen: Hackerangriff auf Tegut – Mitarbeiter müssen Waren telefonisch bestellen

Das führt dazu, dass die Mitarbeiter der Märkte die benötigten Waren selber erfassen und telefonisch bestellen müssen. Normalerweise läuft das alles vollautomatisch ab. Laut Pusch ist aber seit dieser Woche eine neue App im Einsatz. »Das ist etwas, das schon lange in Planung war und jetzt aufgrund der Attacke schneller eingeführt wurde«, sagte er gegenüber der Hessenschau. Die Anwendung ermögliche es, Bestellungen einfach zu übermitteln.

Neben den Mitarbeitern in den insgesamt 238 Märkten haben derzeit auch die Teammitglieder in der Unternehmenszentrale in Fulda alle Hände voll zu tun. Auf der Homepage heißt es: »Der Tegut-Krisenstab hat die Sicherheitsbehörden informiert und arbeitet mit IT-Experten aktuell mit Hochdruck daran, den Normalbetrieb wieder herzustellen.« (Christoph Hoffmann)

Der Tegut in Gießen hat gerade ein ganz besonderes Projekt gestartet. Bei »Gärtnern für einen Sommer« können sich Naturliebhaber aus dem Kreis Gießen mit einem Saisongarten vertraut machen.

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