Güterbahnhof verschwindet schon bald

Gießen (mö). Ein Wohnquartier, das sich vom Bahnhof bis an die Lahnstraße erstreckt, ein zweites Parkhaus, ein Busbahnhof für Fernbusse, ein Hotel und eine gastronomisch genutzte Stadtterrasse über den Lahnwiesen. Das sind die Eckpfeiler bei der künftigen Entwicklung des Güterbahnhof-Areals.

Am Montag beschloss der Magistrat eine Rahmenplanung und die Aufstellung eines ersten Bebauungsplans.

Dass sich etwas tut zwischen Bahnhof und Lahnstraße und dass es nicht nur um eine Vision, sondern um konkrete Bauvorhaben geht, wurde zu Wochenbeginn deutlich, als die GAZ über Rodungsarbeiten berichtete, die für Ã"rger gesorgt hatten. Planungsdezernentin Gerda Weigel-Greilich (Grüne) sprach die Eigentümer und Investoren am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats von Schuld frei. Auch den städtischen Ämtern, die die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Güterbahnhof beraten hätten, sei nicht klar gewesen, dass es sich bei dem bewaldeten Hang forstrechtlich um Wald handelt, dessen Beseitigung genehmigt werden muss. Dies hätte Hessen-Forst erst am Montag bei einem Ortstermin festgestellt. Die Investoren haben nun beim Landkreis nachträglich einen Antrag auf Rodung gestellt.

Auf der Fläche oberhalb des Hangs will die Grundstücksgesellschaft zunächst eine Wohnanlage mit zwei fünfstöckigen Gebäudekomplexen errichten. Die dortigen Lagerhallen werden abgerissen. Zu den Bahngleisen hin sind Parkplätze und eine Lärmschutzwand vorgesehen. Erschlossen wird diese Wohnanlage mit einer Zufahrt, die von der Lahnstraße am Parkhaus vorbei führt. Der nunmehr auf den Weg gebrachte vorhabenbezogene Bebauungsplan "Güterbahnhof I" bezieht sich nur auf dieses erste Projekt.

Der Rahmenplan zeigt dagegen die mögliche Entwicklung bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf. Zwei Folgeprojekte haben die neuen Eigentümer schon ins Auge gefasst:den Bau eines zweiten Parkhauses, das an das bestehende – Richtung Gleise – angedockt wird. Die Zahl der Parkplätze würde auf 700 steigen, die Fußgängerbrücke zu den Gleisen verkürzt. Für dieses Projekt bedarf es laut Stadt nur einer Baugenehmigung. Das zweite Folgeprojektist der Bau von insgesamt acht Wohngebäuden auf dem Kleingartengelände, das die Güterbahnhof-Investoren bereits erworben haben, sowie in der Hanglage darüber.

Weitere Bauabschnitte würden dann die Verlängerung der Fußgängerunterführung Richtung Lahnstraße sein, um dort einen Bahnhof für Fernbusse mit sechs Haltestellen, eventuell ein Hotel sowie Gastronomie und Läden für den Reisebedarf zu errichten. Diese Vorhaben hängen laut Stadt davon ab, ob Zuschüsse fließen. Ein Baubeginn vor den Jahren 2016/17 sei unrealistisch. Planungsdezernentin Weigel-Greilich sagte, sie selbst sei überrascht, dass es am Güterbahnhof derart zügig zu einer Umnutzung kommt: "Es geht viel schneller, als wir gedacht haben".

Statt Güterbahnhof "Wohnen an Lahnwiesen" Lahnstraße könnte zweites Parkhaus erhalten Wirbel um Rodung am Güterbahnhof Rodung am Güterbahnhof gestoppt

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