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Mit Einführung der Fahrradstraße wird die Goethestraße auch im Abschnitt bis zur Gnauthstraße zur Einbahnstraße. FOTO: SCHEPP

Günstige Fahrradstraße in Gießen

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Die Umwidmung der Goethestraße kostet keine 100 000 Euro. Die Arbeiten wurden fremdvergeben. Grund. Der Bauhof ist überlastet.

Gießen(mö). Als die Stadt im vergangenen November in einer Bürgerversammlung die Pläne für die drei Fahrradstaßen in der Goethestraße, der Lony- und Löberstraße vorstellte, gab es einige kritische Stimmen, weil der Magistrat die Kosten nicht nannte. Einen Grund, den Aufwand zu verschleiern, hat die Stadtregierung nicht. Wie aus einer Vorlage des Tiefbauamts für die Sitzung des Finanzausschusses am kommenden Montag zu entnehmen ist, kostet das "Gesamtpaket" "nur" 95 000 Euro.

Die Summe wurde jetzt bekannt, weil die Stadt die Tiefbauarbeiten, den Aufbau einer neuen Beschilderung und "umfangreiche" Fahrbahnmarkierungen nicht selbst erledigen kann und die Arbeiten an eine Privatfirma vergeben muss. Grund laut Vorlage: "Der Bauhof ist überlastet und kann die Leistung nicht mit eigenem Personal ausführen."

Die Ausweisung der Fahrradstraßen wird daher zunächst ausgeschrieben. Insofern bleibt abzuwarten, ob die Umwidmung der Straßen wie geplant im frühen Frühjahr umgesetzt werden kann.

Die Goethestraße wird im Abschnitt Löber-/Ludwigstraße zur Sackgasse; Pkw können nicht mehr im Bereich des Überwegs ein- und ausfahren. Im Abschnitt zwischen der Stephanstraße und der Gnauthstraße wird die Goethestraße in Fahrtrichtung Süden zur Einbahnstraße.

Für Autos soll eine Abbiegemöglichkeit nach links zum Schiffenberger Weg/Nahrungsberg/Aulweg geschaffen werden. Das ist eine der Stellen, wo sich auch baulich etwas tut. In den Fahrradstraßen, wo für den Pkw-Verkehr Tempo 30 gilt, darf aus Sicherheitsgründen nur noch auf einer Straßenseite geparkt werden. Im Abschnitt der Goethestraße zwischen der Lonystraße und der Gnauthstraße fallen rund 30 Parkplätze weg. Die Schrägaufstellung der Parkplätze in der Lonystraße bleibt vorerst, könnte aber im Zuge der Umsetzung des Projekts "Grüner Anlagenring" einer Längsaufstellung weichen.

Eine wesentliche Änderung für die Anwohner betrifft das Anwohnerparken: Die Anwohnerparkzone III wird von der Ludwigstraße bis zur Gnauthstraße erweitert. 30 bis 40 Prozent der dortigen Parkplätze werden reserviert für Inhaber eines Anwohnerparkausweises (30 Euro pro Jahr), alle anderen Parkplätze werden gebührenpflichtig. Mit einem Ausweis für das erweiterte Anwohnerparken (100 Euro pro Jahr) können Anwohner auch auf den gebührenplichtigen Plätzen parken.

Nicht enthalten in den 95 000 Euro sind die Kosten für den bereits erfolgten Umbau des Fußgängerüberwegs Goethestraße/Ludwigstraße. Der Übergang wurde Richtung Ludwigsplatz in die Radroute verlegt. Die Ampelschaltung wird mit Detektoren gesteuert, die die Annäherung von Radlern signalisieren und schneller auf Grün schalten. Zeigt die Ampel für Fußgänger und Radfahrer Rot, stehen den Zweiradfahrern an den Ampelmasten Haltegriffe zur Verfügung; sie können mit den Füßen auf dem Pedal bleiben.

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