Die "Pesta" könnte in einigen Jahren Gießens größte Grundschule sein.	FOTO: SCHEPP
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Die »Pesta« könnte in einigen Jahren Gießens größte Grundschule sein. FOTO: SCHEPP

Schulentwicklungsplan

Grundschulen in Gießen wachsen rasant

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Die 13 Gießener Grundschulen werden von immer mehr Kindern besucht. Im Schuljahr 2025/26 könnten es über 3000 sein. Ein Plan zeigt, wo Gießen immer jünger wird.

Statistisch hält Gießen seit Jahren den Titel, die jüngste Stadt in Hessen zu sein. Folgt man den Prognosen des städtischen Schulverwaltungsamts zur Entwicklung der Schülerzahlen an den 13 Gießener Grundschulen, kann Gießen den Titel wohl noch einige Jahren tragen. Nachdem die Zahl der Grundschüler bereits seit dem Schuljahr 2014/2015 um 200 auf aktuell 2388 gestiegen ist, könnten bis zum Schuljahr 2025/26 weitere 750 Kinder hinzukommen.

Diese Zahlen präsentierte am Donnerstag Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser bei der Vorstellung des Schulentwicklungsplans (Sepl) für den Bereich der Grundschulen, der vom Stadtparlament in der Sitzung am 4. März und damit noch vor der Kommunalwahl beschlossen werden soll. »Vor zehn Jahren hatten wir noch ein bisschen Sorge um den Grundschulstandort in Allendorf, aber mittlerweile sind alle Standorte sehr stabil. Im Gegenteil hatten wir in den letzten Jahren einen Schülerzuwachs von zehn Prozent«, erklärte die SPD-Stadträtin bei einer Videopressekonferenz, an der auch ihre Mitarbeiterin Claudia Link teilnahm.

Grundschule West ist am größten

Laut dem Sepl konnte der Schüleranstieg der letzten Jahre gut bewältigt werden, weil sich das Wachstum recht gleichmäßig auf die 13 Gießener Grundschulbezirke verteilte. Die größte Grundschule ist im laufenden Schuljahr die Grundschule West mit 308 Kindern, gefolgt von der Ludwig-Uhland-Schule (286) und der Korczak-Schule (262). Die Pestalozzischule rangiert in dieser Tabelle momentan noch auf Platz fünf mit knapp 200 Schülern, aber laut der Prognose könnte sie in fünf Jahren die größte Gießener Grundschule sein, dann mit einer rund doppelt so hohen Schülerzahl. »In den Schülerzahlen der Grundschulen zeigt sich die Entwicklung der Stadt«, erläuterte Eibelshäuser mit Blick auf die unter anderem noch nicht besiedelten bzw. noch nicht bezogenen Wohngebiete auf dem Motorpool-Gelände und im US-Depot. Beide Bereiche gehören zum Schulamtsbezirk der »Pesta«. Anbaunotwendigkeiten sieht Eibelshäuser gleichwohl nicht. Einerseits, weil die Platzverhältnisse an der »Pesta« seit der Auflösung des Haupt- und Realschulzweigs vor sieben Jahren »großzügig« seien und es sich andererseits nur um eine Prognose handele. »Wegzüge oder Elternentscheidungen, die Kinder auf Förder- oder Privatschulen zu schicken, können sich auf die Zahlen auswirken.« Sie geht aber davon aus, dass es »an keinen Stellen zu Überlastungen« der Grundschulinfrastruktur komme.

An der Schaffung zusätzlicher Klassenräume führe gleichwohl kein Weg vorbei. »Hier werden Investitionen nötig, ebenso bei der weiteren Digitalisierung«, sagte die Schuldezernentin und kündigte an, dass im kommenden Schuljahr alle Schulen über WLAN verfügen werden. Die Ausstattung mit Hardware und Verbesserungen beim Schulserver seien weitere Vorhaben.

Baulich hat sich in den letzten Jahren an elf Standorten etwas getan, weitere elf Vorhaben sind für die nächsten Jahre geplant. Da geht es neben mehr Unterrichtsräumen um den Neubau von Mensen, energetische Sanierungen und Einrichtung von Spezial- und Multifunktionsräumen.

Ganztagsschule wird zur Pflicht

Eine weitere Herausforderung markiert das Jahr 2025, wenn der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung greift. Drei Einrichtungen seien bereits richtige Ganztagsschulen, an neun weiteren gebe es ganztägige Angebote. »Da sehe ich uns schon ganz gut vorbereitet«, sagte Eibelshäuser und verwies auch auf das »immer heterogenere Personal«. So sei die Schulsozialarbeit in den letzten Jahren ausgeweitet worden.

INFO

Teilnahme am Präsenzunterricht schwankt in Gießen stark

Der an den Grundschulen in Hessen auch im neuen Jahr weiterhin angebotene Präsenzunterricht wird in Gießen sehr unterschiedlich angenommen. Die Teilnahme am Unterricht schwankt laut Schuldezernentin Astrid Eibelshäuser je nach Schule zwischen etwa zehn und 35 Prozent. Normalerweise werden die 13 Gießener Grundschulen von fast 2400 Kindern besucht.

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