Wird immer teurer: Gefahrenabwehrzentrum an der Straße Stolzenmorgen im früheren US-Depot.	FOTO: MÖ
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Wird immer teurer: Gefahrenabwehrzentrum an der Straße Stolzenmorgen im früheren US-Depot. FOTO: MÖ

Kosten stark gestiegen

Grünes Licht für teuren Feuerwehrstützpunkt in Gießen

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Der Hauptausschuss des Gießener Stadtparlaments hat den deutlichen höheren Kostenrahmen für den neuen Feuerwehrstützpunkt gebilligt. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen.

Gießen (mö). Wenn über zwei Drittel eines öffentlichen Großprojekts bereits gebaut und ausgeschrieben worden sind, müssen sich die Bauherren keine Sorgen mehr um die politische Zustimmung machen. So war es denn auch am Montagabend im Hauptausschuss des Stadtparlaments im Grunde nur eine Formsache, als das Gremium den höheren Kostenrahmen für das sogenannte Gefahrenabwehrzentrum im früheren US-Depot einstimmig beschloss. Knapp 35,3 Millionen Euro wird der von Stadt und Landkreis gemeinsam errichtete neue Stützpunkt für Feuerwehr und Katastrophenschutz kosten. »Der große Baufortschritt ist erfreulich. Nicht erfreulich ist, dass wir es wieder mit einer Kostensteigerung zu tun haben«, sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) und sprach von einer zehnprozentigen Erhöhung.

Die zehn Prozent beziehen sich auf die Bau- und Finanzierungsbeschlüsse, die das Stadtparlament und der Kreistag im Frühjahr 2018 gefasst hatten. Damals ging man von gut 32 Millionen Euro aus. FDP-Fraktionschef Klaus Dieter Greilich erinnerte Grabe-Bolz daran, dass es in den Jahren zuvor deutlich geringere Kostenschätzungen gegeben hatte. »Wir müssen uns irgendwie mal Gedanken machen für zukünftige Projekte, wie wir präziser in die Zukunft schauen können«, meinte Greilich. Es könne nicht sein, dass man Ende solcher Projekte mit 50 Prozent Mehrkosten dastehe.

Greilich bezog sich auf vorherige, gröbere Schätzungen in Höhe von 22 und 29 Millionen Euro. Die 22 Millionen Euro spielten 2013 eine Rolle, als auch noch über Sanierung und Ausbau der Wache an der Steinstraße als Alternative zu einem Neubau diskutiert wurde. Damals hieß es, bei einer Sanierung werde sich der städtische Kostenanteil auf 17 Millionen Euro belaufen; fünf Millionen Euro mehr als beim gemeinsamen Neubau. Diese 17 Millionen Euro hat die Stadt mittlerweile hinter sich gelassen. Stand jetzt erhöhen sich die Kostenanteile für die Stadt auf gut 18,7 Millionen Euro, für den Landkreis auf 16,5 Millionen. Die 35,2 Millionen Euro sind wahrscheinlich auch nicht das Ende der Fahnenstange, denn noch müssen gut 30 Prozent aller Bauleistungen ausgeschrieben werden. Außerdem sind die Kosten für die Steuerung der Alarmausfahrt und für die Umzüge noch nicht eingerechnet.

Als Gründe für die Verteuerung gibt das Hochbauamt die »angespannte Marktlage« im Bausektor, steigende Stahlpreise und Angebotskalkulationen mit hohen Aufschlägen beim Materialeinkauf und Löhnen an. Endgültig entscheidet das Stadtparlament am 12. November über den Kostenrahmen.

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