Kreiswahl in Gießen

Grüne liegen bei über 30 Prozent

  • Burkhard Möller
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Gießen (mö). Bei der Kommunalwahl am Sonntag wurde in Gießen nicht nur ein neues Stadtparlament gewählt, die gut 30 000 Wähler entschieden auch über die Zusammensetzung des Kreistags mit. Das Gießener Ergebnis enthält einige interessante Aspekte.

So übertrafen die Grünen in Gießen bei der Kreiswahl mit 30,5 Prozent die 30er-Marke, während sie bei der Wahl des Stadtparlaments mit 26,8 Prozent deutlich unter dieser Marke blieben. Erklärung: Die mit den Grünen thematisch konkurrierende Klimaschutzliste Gigg (Gießen gemeinsam gestalten), die 7,3 Prozent und vier Sitze geholt hatte, trat zur Kreistagswahl nicht an.

Weniger deutlich fallen die Unterschiede zwischen den beiden Wahlen bei den anderen Parteien aus. CDU (Stadt: 20,5/Kreis: 20,8), SPD (Stadt: 16,9/Kreis: 17,5) sowie die Linke (Stadt: 7,7 Kreis: 8,8), die AfD (Stadt: 5,5/Kreis: 5,7), die FDP (Stadt: 5,6/Kreis: 5,9), Freie Wähler (Stadt: 4,5/Kreis: 5) sowie Volt (Stadt: 1,8/Kreis: 3,1) schnitten bei der Kreistagswahl ein bisschen besser ab, die PARTEI (Stadt: 3,3/Kreis: 2,6) etwas schlechter.

Auch beim »Häufeln« von Stimmen gab es interessante Ergebnisse. So wird die Stadt-SPD mit einiger Beruhigung registriert haben, dass sich ihr OB-Kandidat Frank-Tilo Becher in der Stadt mit 8331 persönlichen Stimmen an die Spitze nicht nur der SPD-Liste setzte, sondern auch CDU-Bürgermeister Peter Neidel, der für die Union bei der OB-Wahl im September antreten könnte, hinter sich ließ. Mit 8303 Stimmen erzielte aber auch Neidel ein Top-Ergebnis und schob sich von Listenplatz fünf auf eins. Bechers Wert ist gleichwohl etwas höher zu bewerten, weil die CDU insgesamt vor der SPD liegt und ihren Kandidaten mehr reine Listenstimmen zugerechnet wurden.

»Kumulierkönigin« indes ist auch bei der Kreiswahl in Gießen Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, die mit 6340 Stimmen vom letzten Platz auf Platz sechs der SPD-Liste vorpreschte. Das Kreistagsmandat wird sie im Gegensatz zum Stadtverordnetenmandat auch annehmen und wäre nach ihrem Rückzug aus der Stadtpolitik noch kreispolitisch aktiv.

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