Das Aussichtsfernrohr an der Lahn lädt zum Erkunden von Nah und Fern ein. FOTO: SEG
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Das Aussichtsfernrohr an der Lahn lädt zum Erkunden von Nah und Fern ein. FOTO: SEG

Grüne Algen und blaue Libellen

  • vonSebastian Schmidt
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Es ist etwas Besonderes, wenn man sich einmal 10 Minuten lang die Zeit nimmt und nichts anderes macht, als aufmerksam die Natur zu beobachten. Noch ungewöhnlicher wird diese Erfahrung, wenn man das mit einem Graphoskop macht.

Der Begriff "Graphoskop" klingt erst einmal sehr wissenschaftlich. Hinter dem hochtrabenden Wort versteckt sich ein Aussichtsfernrohr, wie es wohl die meisten von touristischen Hotspots kennen. Normalerweise wirft man 50 Cent in eine Metallkonstruktion und kann dann für kurze Zeit die Aussicht durch ein Fernrohr bewundern.

In Gießen gibt es so ein Graphoskop an der Lahn. Am Uferweg in der Weststadt lädt seit letztem Jahr ein Fernrohr neben einem Flachwassertümpel Spaziergänger dazu ein, Flora, Fauna und die Umgebung zu beobachten. Das ist sogar kostenlos. Lediglich die Schärfe stellt man an einem kleinen Rädchen ein und dann kann das Beobachten auch schon losgehen.

Als erstes fällt der Blick auf die Wasseroberfläche des Tümpels. Dort hat sich rechts ein größerer Teppich grüner Algen gebildet.

Insekten, zu klein und schnell, um sie mit dem Fernrohr genau zu erkennen, fliegen knapp über dem Wasser. Auf der Wasseroberfläche sieht man immer wieder Luftblasen von unten auftauchen, aber in den Tümpel kann man leider nicht hineinschauen. Was man aber sehen kann, ist, dass um die hohen Gräser viele blaue Libellen fliegen. Mit Glück erwischt man mit dem Graphoskop eine, die an einem Halm sitzt, und kann das hübsche Tier aus der Nähe beobachten.

Und auch wenn die Flachwassertümpel neben der Lahn Schutz- und Rückzugsgebiete für viele Vogelarten sind, kann man Pech haben und sieht keinen einzigen Vogel.

Noch nicht satt

Trotzdem hat man ein konstantes Gezwitscher im Rücken, das aus Richtung der Lahn stammt. Ein bisschen kommt es einem so vor, als würden sich die Vögel darüber unterhalten, wann der nervige Mensch endlich wieder verschwindet und sie zum Tümpel zurückkehren können.

Mit dem Fernrohr kann man natürlich nicht nur die Nähe beobachten. Auch in der Ferne gibt es das ein oder andere zu entdecken, wie zum Beispiel der Turm der Burg Gleiberg. Sattgesehen hat man sich in 10 Minuten hier noch lange nicht. (seg)

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