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Warteschlange vor dem provisorischen Impzentrum im früheren ProMarkt.

Sonderaktion geht weiter

Impfangebot der Uni Gießen gegen Corona: „Wir weisen niemanden ab“

Der frühere ProMarkt in der Karl-Glöckner-Straße in Gießen ist momentan ein Impfzentrum. Der Andrang bei der Sonderaktion an der Universität ist groß. Am Montag und Mittwoch geht’s weiter.

Gießen - Samstagvormittag vor dem ehemaligen Pro Markt in der Karl-Glöckner-Straße 5 war die Schlange enorm lang: Bereits gegen 10.30 Uhr warteten rund 100 Studierende auf den Beginn der Impfaktion an der Gießener Universität.

Durch Emails wurden die Studierenden informiert und nahmen das Angebot dankbar an. »Ich hatte noch kein anderes Angebot gehabt«, sagte eine der Wartenden. Daher sei sie froh gewesen, dass sie so unkompliziert die erste Impfung erhalten könne und sie hofft damit auch, dass sich das Studentenleben bald wieder normalisieren würde.

Impftage der Uni Gießen: 800 Biontech-Dosen pro Tag

Diese Impfaktion läuft drei Tage. So besteht diese Möglichkeit noch am heutigen Montag und am Mittwoch, jeweils zwischen 11 Uhr und 18.30 Uhr. Pro Impftag stehen 800 Dosen des Biontech-Impfstoffs gegen Covd-19 zur Verfügung. Am Samstag wurden rund 300 Personen geimpft. Jeder Impfwillige ist willkommen und auch zwischen Erst- und Zweitimpfung wird nicht unterschieden.. »Da unterscheiden wir nicht. Wir verimpfen gern alle der uns zur Verfügung stehenden Dosen«, berichtete der Arzt.

Die Idee zu der Aktion hatten Mücahid Aydin, Jurastudent aus Gießen zusammen mit seinem Freund und Arzt Ziya Oruc. »Uns ist aufgefallen, dass bisher die Studierenden durch alle Raster gefallen sind. Dadurch, dass die Impfpriorisierung aufgehoben wurde konnte diese Aktion gestartet werden«, sagte Aydin dazu. Daher wandten sie sich an die Universität und den ASTA und schlugen vor, dieses Impfangebot zu organisieren.

»Ich habe hier studiert und weiß wie schön ein normales Studentenleben eigentlich ist. Wenn man durch diese Impfaktion möchte ich auch etwas der Universität und der Stadt Gießen zurückgeben, « ergänzte Oruc.

Impftage der Uni Gießen: Niemand wird abgewiesen

Die Idee wurde sowohl vom AStA wie auch von der Universitätsverwaltung dankbar angenommen und innerhalb weniger Tage umgesetzt. Das Gebäude und das Mobiliar stellt die Universität zur Verfügung, der AStA unterstützt die Aktion mit jeweils acht Helfern, weitere Helfer und Ärzte werden vom Praxisteams des Arztes gestellt. Auch die Abrechnung wird über die Praxis erfolgen. Insgesamt arbeiten pro Tag drei Ärzte und rund 18 Helfer in dem temporären Impfzentrum. »Innerhalb weniger Tage hatten wir rund 450 Bewerbungen von Studierenden, die uns helfen wollten«, sagte Arne Krause vom AStA und ergänzte: »Von der Reaktion waren wir echt positiv überrascht. Wir konnten noch gar nicht allen eine Absage schreiben«.

Das Angebot richtet sich vor allem an Studierende der Gießener Hochschulen. Doch jeder, der möchte, kann ohne Voranmeldung vorbei kommen. »Wir weisen niemanden ab«, sagte Oruc. Der Ablauf ist ähnlich wie in den Impfzentren: In Form einer Einbahnstraße durchläuft jeder dieses Procedere. An Unterlagen benötigt man lediglich die Einwilligungserklärung und seinen Impfausweis. Nach einem Aufklärungsgespräch wird geimpft, anschließend muss man sich einem Warteberich 15 Minuten aufhalten.

Nach drei bis sechs Wochen steht für die Erstgeimpften die Zweitimpfung auf dem Programm. »Aktuell ist das noch nicht endgültig finalisiert: Ob wir dann erneut dies in diesem Rahmen machen werden, sagte Oruc. »Wenn nicht, so können wir diese Impfungen auf alle Fälle in meiner Praxis in Linden organisieren.«

Die Organisatoren bieten an, ihre Erfahrungen an andere weiterzugeben, die ebenfalls eine solche Aktion durchführen möchten. Interessenten können sich gerne per Email mit dem Team in Verbindung setzen (info@revalis.de). (bac)

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