Das Rechenzentrum wird Monate brauchen, um die technische Struktur der JLU wieder aufzubauen. ARCHIVFOTO: SCHEPP
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Das Rechenzentrum wird Monate brauchen, um die technische Struktur der JLU wieder aufzubauen. ARCHIVFOTO: SCHEPP

Uni aus dem Gröbsten heraus

  • Karen Werner
    vonKaren Werner
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Gießen(kw). Der Hackerangriff vom 8. Dezember wird die Justus-Liebig-Universität noch monatelange Arbeit kosten. Voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte werde das Hochschulrechenzentrum den Neuaufbau der technischen Strukturen abschließen, erklärt eine Sprecherin auf GAZ-Anfrage. Die Arbeiten seien aber im Zeitplan. Die Uni sei wie angekündigt mittlerweile "aus dem Gröbsten heraus".

Die stationären öffentlichen Rechner in den Bibliotheken gehören zu den wenigen Komponenten, die bislang noch nicht funktionsfähig sind. Die Uni gehe davon aus, dass sie "im Verlauf des Sommersemesters wieder zur Verfügung stehen werden". Die dafür benötigte Server-Infrastruktur befinde sich gerade im Aufbau. Das Hochschulrechenzentrum und die Universitätsbibliothek beschäftigen sich in diesem Zusammenhang auch mit den Möglichkeiten einer sichereren Nutzung der öffentlichen Arbeitsplätze, um Risiken künftig zu minimieren.

Noch nicht gewährleistet sei außerdem zum Beispiel der Zugriff auf die elektronischen Teamkalender. Diese Bereiche würden jetzt verstärkt in Angriff genommen.

Die meisten Funktionen seien indes wieder in Betrieb. So hätten fast alle Bereiche der JLU wieder Internet, und auch der Zugriff auf die Daten der Netzlaufwerke sollte grundsätzlich für alle Bereiche sichergestellt sein. Das Exchange-Mailsystem stehe ebenfalls wieder zur Verfügung. Anfragen von Nutzerinnen und Nutzern, bei denen der Zugang noch nicht funktioniert, arbeiteten die Experten derzeit nach und nach ab. In diesen Fällen müsse die JLU die Betroffenen unter den insgesamt 38 000 Mitarbeitern und Studierenden noch um etwas Geduld bitten.

Neue Struktur soll sicherer sein

Im Hintergrund werde zudem weiter "aufgeräumt" und am Aufbau der zukünftigen sichereren Serverstruktur gearbeitet. Wie lange das dauern wird, könne man derzeit nicht sagen, so die Sprecherin. "Wir gehen davon aus, dass die vollständige Beseitigung der letzten Folgen von #JLUoffline unser Hochschulrechenzentrum bis in die zweite Jahreshälfte beschäftigen wird."

Wer die Universität mit welchen "Waffen" angegriffen hat, wird nach wie vor nicht öffentlich erklärt. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts laufen. Vermutlich kam die Universität mit dem vorsorglichen Herunterfahren aller Server am zweiten Adventssonntag einer Erpressung zuvor und konnte alle Daten retten.

Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht nur des Hochschulrechenzentrums opferten ihre Weihnachtspause, damit der Hochschulbetrieb möglichst schnell wieder anlaufen konnte.

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