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C. Janetzky-Klein

Grüne in Kleinlinden

Greilich-Wahl »ist okay«

  • Burkhard Möller
    VonBurkhard Möller
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Gießen-Kleinlinden (mö). Die Umstände der Ortsvorsteher-Wahl in Kleinlinden vor zwei Wochen haben nicht nur im Stadtteil für einige Aufregung gesorgt. Im Nachgang der Ereignisse, die letztlich zur Wiederwahl von Klaus Dieter Greilich (FDP) geführt hatten, hat sich jetzt Grünen-Spitzenkandidatin Christiane Janetzky-Klein noch einmal zu Wort gemeldet, nachdem sich Kleinlindener Bürger in Gesprächen mit ihr »irritiert« über die Vorgänge gezeigt hätten.

An der Wahl von Greilich selbst habe sie nichts auszusetzen. »Die Wahl ist völlig okay. Wir leben in einer Demokratie, und Klaus Dieter Greilich hat die meisten Stimmen erhalten«, sagt Janetzky-Klein im GAZ-Gespräch. Die Bürger irritiere aber, dass der Ortsbeirat, der ja nur ein Beratungsorgan des Magistrats sei, zum Spielball stadtpolitischer Interessen geworden sei. »So etwas brauchen wir im Ortsbeirat nicht«, betont Janetzky-Klein mit Blick auf die Intervention des CDU-Stadtverbands unmittelbar vor der Wahl.

Janetzky-Klein bestätigte nochmals, dass ihr als Spitzenkandidatin der Partei, die die Ortsbeiratswahl klar gewonnen hatte, einige Tage vor der Wahl von den anderen Fraktionen schriftlich zugesichert worden war, sie zur Ortsvorsteherin zu wählen. Erst unmittelbar vor der Sitzung habe sie dann erfahren, dass sich CDU, FDP und Freie Wähler doch anders entschieden hätten. Das Ergebnis ist bekannt: Greilich und seine Stellvertreterin Anja Helmchen (CDU) wurden wiedergewählt, die Grünen gingen leer aus. »Das Bild, das die Bürger vom Ortsbeirat und generell von politischen Gremien haben, hat durch diesen Vorgang gelitten«, stellt Janetzky-Klein fest.

»Weiter rumreiten« auf dem Thema will sie aber nicht, es gebe genug Themen und Anliegen in Kleinlinden, die der Ortsbeirat an die Stadt weitertragen müsse. So sollte die »Zukunftswerkstatt für Kleinlinden« wiederbelebt werden, die von der Corona-Pandemie gebeutelten Ortsvereine bräuchten Unterstützung, die Verkehrsprobleme, unter anderem im Umfeld der Brüder-Grimm-Schule, seien nicht behoben. Zudem müsse man sich Gedanken machen, wie der Ort attraktiver für die zugezogenen jungen Familien werden könne. Janetzky-Klein: »Die Leute sind in der Pandemie viel draußen. Oft wurde ich gefragt, wo es schöne Spazierwege durch den Ort gibt«.

Bei der Wahl am 14. März waren die Grünen nach Prozenten und Sitzen (drei) zwar stärkste Fraktion geworden, aber im neunsitzigen Ortsbeirat braucht es mindestens fünf Stimmen, um zum/zur Ortsvorsteher/in gewählt zu werden. Die erhielt dann FDP-Kandidat Greilich, vier entfielen auf Janetzky-Klein. FOTO: SCHEPP

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