Stadtpark Wieseckaue

Greenpeace entdeckt beim Müllsammeln in Gießen tödliche Hundefalle

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Umweltaktivisten sind in der Wieseckaue unterwegs, um Reste vom Feuerwerk einzusammeln. Dabei beseitigen sie auch eine tödliche Gefahr für Vierbeiner.

"Schon wieder Böllerreste", seufzt Anette Wasseroth und fängt an, sie aufzulesen. Auch am Dreikönigstag sind die Spuren des Silvesterfeuerwerks im Stadtpark noch allgegenwärtig. Die Gießener Greenpeace-Gruppe streift deshalb mit Müllsäcken und Holzzangen bewaffnet über die Wege und Wiesen, um den Abfall einzusammeln. Dabei stoßen sie auf manche Überraschung.

Rasierklinge steckt in der Wiese

Eigentlich hatten die Umweltschützer die Wieseck vom Plastikmüll befreien wollen. Doch wegen des Hochwassers wurde die Aktion in den Stadtpark verlegt. Kein Problem, auch hier liegt genug Müll herum. "Im Grunde ist es egal, wo man sucht", sagt Katharina Albert. Gleich zu Beginn macht die Gruppe einen erschreckenden Fund: Jemand hat eine Rasierklinge als Hundefalle in den Boden gesteckt. Vorsichtig wird sie nun aufgelesen und sicher eingewickelt verstaut, damit sich niemand verletzt. Schon nach einer knappen halben Stunde hat sich einiges angesammelt. Kurios ist der Fund einer Telefonkarte aus D-Mark-Zeiten. Überwiegend aber picken die Helfer Kippenstummel vom Wegesrand auf oder ziehen Getränkeflaschen aus dem Gebüsch.

Plastik in der Forelle

Wie viel Schaden vor allem Plastikmüll in der Umwelt anrichten kann, weiß auch Fabian Gut. Als Angler hat er beim Auseinandernehmen von Fischen schon einige Male Plastik entdeckt. "Ich habe schon ganze Plastiktüten in den Mägen von Welsen gesehen", sagt Gut. "In Forellen findet man auch oft kleine, blinkende Plastikteilchen."

Schon einfache Maßnahmen helfen, um die massenhafte Produktion von Plastikabfall einzudämmen. Die Greenpeace-Mitglieder empfehlen, statt Plastiktüten lieber Körbe, Rucksäcke oder Tragetaschen zu verwenden und aus Edelstahl- oder Glasflaschen zu trinken statt aus Einwegplastikflaschen. Lebensmittel sollten besser unverpackt in Vorratsgröße gekauft werden statt in eingeschweißten Miniportionen, und auch im Bad könne man sich Plastik im wahrsten Sinne des Wortes abschminken: Mit Naturkosmetik statt Peeling, Creme und Make-up voller Kunststoffe.

Wiederholung geplant

"Auch solche Aufräumaktionen werden wir noch öfter machen", sagt Nils Anschütz. Er hatte sich im Vorfeld um die Absprache mit dem Fuhramt gekümmert, das die Müllsäcke und -zangen zur Verfügung gestellt hatte. "Das war total unkompliziert. Wir stellen die Säcke nachher an einem vereinbarten Platz ab, und dann wird der Müll vom Fuhramt abgeholt", sagt Anschütz. Seiner Erfahrung nach spreche Müllsammeln die breite Bevölkerung an. Und tatsächlich nickt ihm prompt ein Spaziergänger zu und bedankt sich.

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