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Rund um die Schillerstraße könnte sich in den nächsten Jahren einiges verändern. An der Ecke Nordanlage, wo sich früher eine Tankstelle befand, ist eine Blockrandbebauung mit einem Wohn- und Geschäftshaus geplant, in zweiter und dritter Reihe sollen reine Wohnhäuser entstehen.

Bauen in Gießen

Gießens große Bauoffensive: Vier Projekte mit 800 neuen Wohnungen kommen

  • Burkhard Möller
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In Gießen werden weitere 800 neue Wohnungen in vier Projekten entstehen. Dies erklärten OB Dietlind Grabe-Bolz und Bürgermeister Peter Neidel.

Gießen – Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz musste am Dienstag in der Pressekonferenz des Magistrats selbst ein bisschen staunen über das, was die Stadtregierung in ihrer Sitzung am Montag auf den Weg gebracht hatte. Vier Bau- und Planungsprojekte, die sich in unterschiedlichen Realisierungsstadien befinden, wurden von der OB und Bürgermeister Peter Neidel präsentiert. In der Summe könnten bis zu 800 neue Wohnungen entstehen. Bei allen Projekten sollen anteilig Sozialwohnungen entstehen. »Wir werden immer mehr. Die Bautätigkeit lässt nicht nach«, sagte Grabe-Bolz und Planungsdezernent Peter Neidel befand: »Die Flächenpotenziale zur Innenentwicklung werden ausgeschöpft.«

Und das sind die vier Vorhaben, über die teilweise schon berichtet wurde.

Rinn’sche Grube: Am weitesten ist das Vorhaben auf der Westseite der oberen Marburger Straße gediehen. Hier geht es bereits um den Beschluss des Planentwurfs. Beim Projekt »Westhang Living« geht es um fast 180 Wohnungen und um über 2000 Quadratmeter Bürofläche direkt an der Marburger Straße. Alles verteilt auf 16 Gebäude. Investor ist die Imaxx-Projektentwicklungsgesellschaft, die die Lebenshilfe mit ins Boot nehmen will. 31 Wohnungen sind für betreutes Wohnen von Behinderten vorgesehen.

Wohnungen in Gießen: Ersatzstandort für die IJB

Schiller-Straßen-Blöcke: Ein ganz neues Projekt soll im Innenblockbereich in der Nordstadt zwischen Steinstraße, Weserstraße und Nordanlage entstehen. Die Überlegungen eines Investors bewegen sich noch in einem frühen Stadium, erläuterte Planungsdezernent Neidel. Eine Planskizze sieht den Neubau von sechs Wohngebäuden und ein Wohn- und Geschäftshaus auf beiden Seiten der Schillerstraße sowie an er Ecke Schillerstraße/Nordanlage vor. Dort befand sich früher eine Tankstelle. Im Blockinnenbereich südlich der Schillerstraße sollen Schuppen, Garagen und Parkplätze der Wohnbebauung mit fünf, auf Abstand stehenden Wohngebäuden und Grünflächen weichen. Der dort beheimateten Gesellschaft für Integration, Jugend und Berufsbildung /IJB) soll an anderer Stelle in der Nordstadt ein Ersatzangebot gemacht werden, heißt es in der Magistratsvorlage, mit der ein Bebauungsplan »Schillerstraßen-Blöcke« eingeleitet wird. Die Überplanung des Gebiets steht also noch ganz am Anfang. Ein Zahl an Wohnungen wird noch nicht genannt. Mit der Planung soll eine Aufwertung des gesamten Wohnquartiers erreicht und der Grünflächenanteil erhöht werden.

Bauprojekte in Gießen: Zwei Türme an Rödgener Straße

Kellertheaterquartier: Wie am Dienstag berichtet, plant das Marburger Unternehmen S+S Grundbesitz GmbH auf dem Gelände der früheren amerikanischen Marshall-Housing-Area an der Rödgener Straße den Neubau von bis zu 330 Wohnungen, davon ein Fünftel als sozialer Wohnungsbau. Die Höhe der Wohngebäude wird auf dreieinhalb Geschosse beschränkt. Vorne an der Rödgener Straße, in Gegenlage zum höheren Entreegebäude des Gewerbegebiets Alter Flughafen, kann ebenfalls ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus entstehen. So soll eine optische Torwirkung an diesem östlichen Stadteingang erzielt werden. Auch diese Planung soll nun durch die Stadtverordnetenversammlung erst einmal eingeleitet werden.

Brauhaus-Areal: Wie gestern berichtet, will die Stadt auf dem Brauhaus-Areal an der Marburger Straße ebenfalls eine Wohnnutzung ermöglichen. Denkbar sind bis zu 200 arbeitsplatznahe Wohnungen; ein abgeschlossenes Wohngebiet ist dort nicht vorgesehen. Mit der Änderung des alten Bebauungsplans »Teichweg/Kiesweg« wird sich nun zunächst der Ortsbeirat Wieseck am 1. Juli beschäftigen. Der Ortsbeirat hatte zuletzt angeregt, im Bereich Brauhaus ein Parkhaus für Berufspendler zu errichten. Diese Idee ist der Planänderung nicht aufgegriffen worden.

Während sich die Stadtverordnetenversammlung also erst nach den Ferien mit dem Thema Brauhaus befassen wird, werden die drei anderen Vorhaben Ende Juni auf der tagesordnung der ersten Sitzung des neuen Bau- und Planungsausschusses stehen. (mö).

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