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Gießens berühmter Sohn

  • VonDagmar Klein
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Gießen (dkl). Am heutigen Donnerstag (14. April) jährt sich der Geburtstag von Hein Heckroth zum 120. Mal. Eigentlich hätte in diesem Monat die zehnte Verleihung des Heckroth-Bühnenbildpreises stattfinden sollen, dieser Festakt, traditionbell im Stadttheater ausgerichtet, wurde pandemiebedingt auf den Spätsommer verschoben. Auch der internationale Workshop zu Heckroth an der Universität Gießen wurde bereits zum zweiten Mal verschoben und soll nun im Sommer 2022 stattfinden.

Die Fotoausstellung zu Heckroths Bühnenräumen in Frankfurt im dortigen Theater ist für die Spielzeit 2021/22 anvisiert. Die Kabinettausstellung zu Heckroth im Oberhessischen Museum wurde im November eröffnet und ist bis 31. Juli verlängert, das Museum ist aktuell aber nur virtuell zu besuchen.

20 Jahre Hein-Heckroth-Gesellschaft

Hein Heckroth wurde am 14. April 1901 in Gießen geboren. An den städtischen Bühnen in Essen wurde er zum erfolgreichen Bühnenbildner, ging mit dem Ballett von Kurt Jooss sogar auf Tournee in den USA. Er lebte in Südengland im Exil, gelangte nach Kriegsende mit Künstlerfreunden nach Hollywood und erhielt für seine innovative Ausstattung des Films »The Red Shoes« 1949 einen Oscar. Mitte der 50er Jahre kehrte Hein Heckroth nach Deutschland zurück, leitete bis zu seinem Tod 1970 die Bühnenbildnerei an den Städtischen Bühnen Frankfurt. Ebenso wirkte er an zahlreichen deutschen Filmen der Nachkriegszeit mit. Einige Bildwerke des Malers befinden sich in der Dauerausstellung des Oberhessischen Museums Gießen.

Der Tod ereilte ihn überraschend am 6. Juli 1970 während einer Reise in den Niederlanden. Sein Grab erhielt er auf dem Waldfriedhof Oberrad in Frankfurt, den Grabstein gestaltete der befreundete Bildhauer Hans Steinbrenner. Nach Ablauf des Nutzungsrechts und fehlendem Interesse vonseiten der Stadt Frankfurt, sorgte die Heckroth-Gesellschaft mit Unterstützung des Freundeskreis Alter Friedhof dafür, dass der Stein 2019 auf den Alten Friedhof in Gießen versetzt wurde.

Die Hein-Heckroth-Gesellschaft Gießen feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Ihre Aufgabe ist, die Erinnerung an Hein Heckroth und seine künstlerische Lebensleistung wachzuhalten. Sie organisiert alle zwei Jahre die Vergabe des Hein-Heckroth-Bühnenbildpreises. Der vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit 10000 Euro dotierte Preis steht im Zentrum der Vereinstätigkeit. Die Liste der damit bislang ausgezeichneten Künstler umfasst bekannte Namen wie Erich Wonder, Achim Freyer, Robert Wilson, Christoph Schlingensief, Anna Viebrock, Bert Neumann und Katrin Brack. Dazu kommt die Verleihung des Nachwuchspreises, den die Stadt dotiert. Wer nächster Preisträger wird, soll in Kürze bekanntgegeben werden. Alle Informationen zur Hein-Heckroth-Gesellschaft auf www.hein-heckroth-ges.de.

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