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Bürgermeister Peter Neidel (r.) hilft beim Aufsprühen der Piktogramme.

Radverkehr

Neongelb soll Geisterradler in Gießen stoppen

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Polizei und Ordnungsamt haben in Gießen Piktogramme in Signalfarbe auf Radwege gesprüht, um die Zahl der "Geisterradler" zu reduzieren. Wer falsch fährt, kann zur Kasse gebeten werden.

Gießen (jri). Mit zwei Aktionen gehen Polizei und Ordnungsamt in Gießen derzeit gegen Radfahrer vor, die auf der "falschen Seite" - also entgegen der normalen Fahrtrichtung - unterwegs sind. So wurden in der Rodheimer Straße und im Bereich der Sachsenhäuser Brücke mit neongelber Signalfarbe elf Piktogramme mit den Aufschriften "Bitte Seite wechseln" und "Geisterradler bitte wenden" auf die Radwege gesprüht. Beide Piktogramme zeigen als Symbol ein Gespenst auf einem Fahrrad. Als zweite Maßnahme stoppte die Ordnungspolizei am Mittwoch zwischen 7 und 8.30 Uhr auf der Sachsenhäuser Brücke Radfahrer, die auf der linken Seite als "Geisterradler" in Richtung City rollten.

Es waren etwa 40 Radfahrer, die binnen dieser 90 Minuten diesen Regelverstoß begingen. Laut Straßenverkehrsordnung ist es verboten, auf Radwegen oder Gehwegen in der Gegenrichtung zu radeln, denn auch für Radler gilt das Rechtsfahrgebot. Am Mittwoch beließ es die Ordnungspolizei vorerst bei mündlichen Verwarnungen; doch bei künftigen Kontrollen - die in Gießen in den nächsten Tagen verstärkt stattfinden werden sollen - wird ein Verwarnungsgeld (10 bis 25 Euro) erhoben.

Gießen: "Brennpunkt" Rodheimer Straße

"Laut Unfallstatistik passieren in der Rodheimer Straße die meisten Unfälle mit Geisterradlern", erklärte die städtische Radverkehrsbeauftragte Katja Bürckstümmer. Weitere Brennpunkte sind Grünberger Straße und Marburger Straße. "In Gießen verursachen Geisterradler mehr Unfälle als Rotlicht-Radler", betonte sie. Hauptgefahr seien Zusammenstöße zwischen Radlern und Autofahrern, weil Autofahrer beim Linksabbiegen Radfahrer schlecht sehen, die auf der linken Seite unterwegs sind.

Bürckstümmer gab zwar auch zu, dass Wegeführung, Ampelschaltungen und Ampel-Wartezeiten in der Rodheimer Straße für Radfahrer "nicht optimal" seien. Das verbotene Radfahren auf der "falschen" Seite sei deshalb ein Stück weit "nachvollziehbar". Doch dies rechtfertige nicht, sich verkehrswidrig zu verhalten. Beide Aktionen seien aber mehr zu Sensibilisierung und als Appell als zur Bestrafung gedacht, was auch Bürgermeister und Verkehrsdezernent Peter Neidel bekräftigte. Neidel sagte zudem, dass bei einer künftigen Sanierung der Rodheimer Straße auch die Radverkehrsführung optimiert werden soll. Dies könne aber noch etwas dauern, denn zuvor habe die Sanierung der Adenauer-Brücke Priorität.

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