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Der Fuchs schleicht gemütlich durch die Wiesecker Gärten.

Füchse in Wieseck

Füchse und andere Wildtiere streifen durch Wieseck - Gesundheitsamt gibt Tipps

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In Wieseck und in anderen Regionen der Stadt Gießen werden vermehrt Wildtiere in Gärten gesichtet, darunter häufig Füchse. Sie suchen aus einem bestimmten Grund die Nähe der Menschen.

Wenn der Bewegungsmelder im Garten von Helmut Grimm angeht, weiß der Wiesecker schon, wer sich da draußen herumtreibt. Der Eindringling hat rote Haare, dickes Fell und einen nicht allzu guten Ruf. Die Rede ist vom Fuchs. "Der kommt schon seit zwei, drei Jahren. Nachts ab halb zwei und in den Morgenstunden", erzählt Grimm. Auch in den benachbarten Gärten sei das Wildtier unterwegs, manchmal lege es sich auch auf einen Tisch und räkele sich in der Sonne. Grimm ist nicht der einzige Wiesecker, der rund um die Badenburger Hohl Füchse gesichtet hat.

Waschbären, Wildschweine, Füchse und andere Wildtiere entdecken immer häufiger die Vorzüge der Stadt für sich: Parks, Friedhöfe, Industriebrachen und Stadtwälder dienen ihnen als Rückzugsgebiete und Nahrungsquellen. Manche Menschen freuen sich über den Anblick, andere haben Sorgen. Wildschweine zum Beispiel pflügen Beete um und reißen Wurzeln heraus. Der Waschbär nistet sich gerne in Dachböden ein und zerstört die Dämmung. Außerdem kann er Krankheiten übertragen. Genauso wie der Fuchs.

Wildtiere in Wieseck: Eher vom Blitz getroffen

Bettina Lodde hat einen Hobbygarten in Wieseck. Zusammen mit der Familie pflanzt sie hier Gemüse an. Einen Fuchs hat sie hier noch nicht gesehen. Dafür aber seine Hinterlassenschaften. "Die Tiere klettern wohl problemlos über den Maschendrahtzaun. Ich habe die Losung direkt weggemacht. Wegen des Fuchsbandwurms."

Diese Sorge haben offensichtlich mehrere Gießener. "Wir erhalten regelmäßig Anrufe von Bürgern, die Füchse in der Nähe ihrer Gärten gesichtet haben", sagt Dr. Gerd Hasselbach, der das hiesige Amt für Umwelt und Natur leitet. Die Tiere würden vor allem wegen der Nahrungssuche in die Wohngebiete kommen. Zum Beispiel dorthin, wo Hühner und Kaninchen gehalten werden, aber auch an Orte, an denen Menschen ihre Essensreste nicht ordentlich entsorgen. "Füchse sind Kulturfolger", sagt Hasselbach.

Sorgen, die Tiere könnten Menschen angreifen, seien unbegründet. Schließlich gilt Deutschland seit über zehn Jahren als tollwutfrei. Trotzdem rät Hasselbach, Füchsen aus dem Weg zu gehen. Meist würden das die Tiere aber selber regeln. "Füchse sind scheu und machen sich in der Regel aus dem Staub, wenn Menschen auftauchen."

Und der Fuchsbandwurm? Der ist für den Menschen sehr gefährlich. Die durch ihn ausgelöste Krankheit alveoläre Echinokokkose kann tödlich verlaufen. Ein Befall ist allerdings sehr selten. 2017 waren es dem Robert-Koch-Institut zufolge nur gemeldete 30 Fälle in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, ist also größer. Allerdings gibt es laut dem Gießener Gesundheitsamt eine Dunkelziffer nicht diagnostizierter Fälle. Außerdem sei die Inkubationszeit sehr lang, beim kleinen Fuchsbandwurm sogar zehn bis 15 Jahre, und der Wohnort des erkrankten Menschen müsse nicht der Infektionsort sein.

Wildtiere in Wieseck: Tipps vom Gesundheitsamt

Um sich vor dem Fuchsbandwurm, aber auch anderen übertragbaren Krankheiten zu schützen, sollten Früchte und Gartengemüse vor dem Verzehr gründlich gewaschen und möglichst gekocht werden. "Gekochtes Gemüse oder eingekochtes Obst sind in jedem Fall unbedenklich. Einfrieren oder das Einlegen in Alkohol ist hingegen unwirksam", teilt das Gesundheitsamt mit.

Tote Füchse sollten zudem unter keinen Umständen angefasst werden, zudem empfiehlt der Landkreis, nach Wald-, Feld- und Gartenarbeiten die Hände zu waschen.

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