Pottwal

"Gießener Wal" wird der Öffentlichkeit gezeigt

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Die Restauration des Skeletts jenes Wales, der 2016 vor Helgoland strandete und dann nach Gießen gebracht wurde, ist abgeschlossen. Ab diesem Montag gibt es Karten für die ersten Führungen.

Gestrandet und an anderer Stelle aufgetaucht: Der Kopf hängt an seiner endgültigen Position; die Knochen der Wirbelsäule, der Rippen und der Flossen sind montiert; das riesige Stahlgerüst und die Seile tragen; und das Gesamtbild ist imposant. Die ersten Führungen zum "Wal von Gießen" können beginnen, wenngleich in der Hermann-Hoffmann-Akademie der Justus-Liebig-Universität noch nicht alle Arbeiten komplett abgeschlossen sind.

Am Samstag, 19. Januar, können Interessierte an drei Terminen eine jeweils etwa 45-minütige Führung mit einem Vortrag zum Skelett des Pottwals erleben. Die Professoren Volker Wissemann, Leiter der Hermann-Hoffmann-Akademie der JLU, sowie Stefan Arnhold und Martin Bergmann vom Institut für Veterinär-Anatomie der JLU werden die aufwändige Rekonstruktion des "Wals von Gießen" nachzeichnen und damit eine besondere lokale Geschichte erzählen, die bundesweit für Furore gesorgt hat. Zudem werden sie die Gäste mitnehmen in die für viele unbekannte Welt eines der größten lebenden Raubtiere der Erde.

Die Führungen sind für interessierte Laien gedacht und auch für Familien gewiss ein besonderes Highlight. Es können jeweils bis zu 150 Personen teilnehmen. Der Eintritt ist frei. Die kostenlosen Eintrittskarten sind ab nächster Woche verfügbar; eine Teilnahme ohne Eintrittskarte ist leider nicht möglich. Gerne dürfen die Gäste die weitere Arbeit am Gießener Wal durch eine Spende unterstützen.

Drei Termine am 19. Januar

Interessierte können die Eintrittskarten ab Montag, 7. Januar, täglich zwischen 8 und 12 Uhr im Sekretariat der Hermann-Hoffmann-Akademie, Senckenbergstraße 17, abholen – bis die Kartenkontingente erschöpft sind. Wer zu spät kommt und keine Karten mehr erhält, muss nicht enttäuscht sein. Es wird auch nach dem 19. Januar mehrere Möglichkeiten (am Wochenende oder am späteren Nachmittag) geben, den Wal zu bestaunen. Geplant sind für das laufende Jahr zudem mehrere Führungen in Zusammenarbeit mit der Tourist-Info der Stadt Gießen. Für Schulen wird es gesonderte Führungen geben.

In einer fächerübergreifenden Aktion hatten Gießener Wissenschaftler den gestrandeten Pottwal an die JLU geholt. Es war ein langer Weg, bis das fertige Skelett jetzt in der Hermann-Hoffmann-Akademie ausgestellt werden kann. Das Skelett des Wals, der Anfang des Jahres 2016 vor Helgoland geborgen worden war, wurde im Institut für Veterinär-Anatomie der JLU präpariert. Im Mai 2017 wurden die Skelettteile in die Herman-Hoffmann-Akademie gebracht, wo sie vor der Aufhängung zunächst nachtrocknen mussten. Schüler einer Metallbauklasse der Theodor-Litt-Schule bauten mit ihrem Lehrer Marco Schlapp zu diesem Zweck ein Stahlgerüst, das sie im Hörsaal der Akademie installierten.

Begleitende Ausstellung

Großzügige und oft unkonventionelle Unterstützung für das Projekt gab es von vielen Seiten. Bisher haben rund 200 Menschen geholfen, bei denen sich das Pottwal-Team nochmals – auch im Rahmen einer internen Veranstaltung – herzlich bedankt. Privatleute, Firmen und Geldinstitute spendeten für die Präparation und den Aufbau des Wal-Skeletts.

Die Ausstellung des Wal-Skeletts soll unter anderem begleitet werden von Informationen über das Leben (und Sterben) der Wale und über die Problematik des Plastikmülls im Meer, die sich auch im Magen des Gießener Wals zeigte.

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