Gießener in Türkei festgenommen

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Der 28-jährige Mann, der im türkisch-syrischen Grenzgebiet festgenommen wurde, ist offenbar ein Gießener. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um Patrick K., einen Bewohner der Nordstadt. Die Hintergründe der Verhaftung sind aber noch immer rätselhaft.

Der 28-jährige Mann, der im türkisch-syrischen Grenzgebiet festgenommen wurde, ist offenbar ein Gießener. Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um Patrick K., einen Bewohner der Nordstadt. Die Hintergründe der Verhaftung sind aber noch immer rätselhaft.

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu hatte am Dienstag berichtet, ein 28-jähriger Deutscher sei am 14. März im Bezirk Silopi in der südosttürkischen Provinz Sirnak festgenommen worden. Sirnak grenzt an ein von der Kurdenmiliz YPG kontrolliertes Gebiet in Syrien und an den Nordirak. Der Deutsche habe sich der YPG in Syrien anschließen wollen, heißt es in dem Bericht weiter. Inzwischen sei Haftbefehl wegen Unterstützung einer Terrororganisation erlassen worden.

Berlin hat die Festnahme des Deutschen am Mittwoch bestätigt. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, der Fall sei bekannt. Die Botschaft in Ankara stehe mit den türkischen Behörden in Kontakt. Zum Tatvorwurf könne man aus Gründen der Persönlichkeitsrechte keine Auskunft geben.

Nach Angaben von Anadolu hatte der Festgenommene beim Verhör weiter angegeben, vier Jahre bei der Bundeswehr gedient zu haben. Die Behörden hätten bei der Festnahme Fotografien und digitales Material, das zur YPG beziehungsweise zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK gehöre, beschlagnahmt, hieß es weiter.

Die Türkei geht seit dem 20. Januar in einer Militäroffensive gegen die YPG in Nordwestsyrien vor. Die türkische Führung sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur PKK als Terrororganisation.

In der kurdischen Gemeinde Gießens ist der 28-Jährige, der keinen Migrationshintergrund hat, bisher nicht in Erscheinung getreten. Das betonten deren Vertreter gegenüber dieser Zeitung. In den vergangenen Wochen haben Gießener Kurden mehrfach friedlich gegen die türkische Militäroffensive in Afrin protestiert. Aber auch bei diesen Kundgebungen sei Patrick K. nicht aufgefallen.

In türkischen Medien und erdogantreuen Blogs wird der Gießener bei vollen Namen genannt und mit Foto präsentiert. Es zeigt Patrick K. mit Handschellen gefesselt in einem Verhörraum. "Deutscher Terrorist verhaftet", ist eine weit verbreitete Schlagzeile.

In einer anderen Gießener Zeitung wurde ein Bekannter der Familie zitiert, wonach Patrick K. psychische Probleme gehabt haben soll. Auch seine Bundeswehrzeit wurde bestätigt. Gegenüber der Gießener Allgemeinen meldete sich jedoch ein Freund des Inhaftierten zu Wort. Demnach habe Patrick K. weder psychische Probleme gehabt, noch sei er bei der Bundeswehr gewesen.

Auf Facebook solidarisieren sich derweil die ersten Gießener mit dem festgenommenen 28-Jährigen. "Er ist kein Terrorist, sondern mein Freund", ist dort zu lesen. Andere betonen, der 28-Jährige könne keiner Fliege etwas zuleide tun. Auch der Hashtag "Free Patrick" wird gepostet.

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