Der Gießener Totempfahl

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Gießen(pm). "Totempfähle, oder genauer Wappenpfähle, sind monumentale Schnitzwerke, die in ihrer historischen Blütezeit, zwischen 1800 und 1885, das Bild der indigenen Siedlungen an der pazifischen Nordwestküste Nordamerikas entscheidend prägten", erklärt die Ethnologin Angela Weber. In der aktuellen Ausstellung im Oberhessischen Museum "Wieso? Weshalb? Warum? Fragen an die Ethnographische Sammlung" ist ebenfalls ein Totempfahl zu sehen, allerdings handelt es sich um einen Modell-Pfahl, der vermutlich aus Südalaska stammt und von einem Haida Künstler geschnitzt wurde. Gestiftet wurde er von Wilhelm Gail, dem Begründer und Förderer der Gießener ethnographischen Sammlung.

In ihrem Vortrag "Ein Totempfahl in Gießen?" am Donnerstag, 23. Januar, 19 Uhr im Alten Schloss geht Weber unter anderem der Frage nach, wie und warum um 1900 das knapp zwei Meter hohe Modell von der nordamerikanischen Pazifik-Küste nach Gießen gelangte? Der Vortrag erkundet weiter, welche Quellen zur Verfügung stehen. Handelt es sich um ein "sensibles Objekt", das Rückgabeansprüche hervorrufen könnte? Anhand eines beeindruckenden Werkes indigener Schnitzkunst werden sowohl kultureller Kontexte als auch aktuelle Fragen der ethnologischen Provenienzforschung erläutert.

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