+

Krimifestival

Gießener Krimifestival ohne TV-Prominenz

  • Karola Schepp
    vonKarola Schepp
    schließen

Das Krimifestival in Gießen wird in diesem Corona-Jahr anders als gewohnt stattfinden müssen. Doch Organisator Uwe Lischper verspricht: "Es wird alles andere als ein Not-Krimifestival".

Das Schlangestehen, um Karten für Krimilesungen mit prominenten Gästen zu ergattern, fällt in diesem Jahr aus. Auch teure TV-Prominenz findet man diesmal nicht im Krimifestival-Programm, denn nahezu alle Sponsoren-Unternehmen sind abgesprungen. Corona zwingt Organisator Uwe Lischper dazu, sein beliebtes Festival vom 2. Oktober bis 8. November anders als gewohnt aufzustellen. Und weil das in Corona-Zeiten schwierig ist, sind neben der Landesförderung "Leseland Hessen" erstmals Gießens Kulturamt und Stadtmarketing mit an Bord. Statt der üblichen 8000 Karten gibt es diesmal nur knapp 700 insgesamt, erstmals fallen 10 Prozent Vorverkaufsgebühr an. Die Autoren verzichten auf einen Teil ihrer Gage, Flashlight stellt die Technik zum Freundschaftspreis zur Verfügung.

Das Motto der Reihe lautet, in Anspielung auf die besonderen Modalitäten, "Mordalitäten". Als Veranstaltungsorte stehen in Gießen der Netanya Saal, die Morus-Kirche, Ulenspiegel, Marktarkaden, Schlosskeller und Tandreas zur Verfügung, dazu noch Lokalitäten in Laubach, Grünberg und Hungen. Die Anzahl der Sitzplätze pro Veranstaltung ist deutlich verringert, etwa im Netanya Saal von den üblichen 200 auf gerade einmal 35 Plätze.

Doch Krimifans brauchen kein "Not-Krimifestival" befürchten. Denn schließlich hat Uwe Lischper im 17. Jahr zahlreiche bekannte Autoren eingeladen, die zum Teil aus ihren brandneuen Büchern vorlesen werden. Und da ist für jeden Krimifan etwas dabei: Thriller, Polizei-Krimi, Histo-Krimi oder Spaßkrimi.

Wer im Einzelnen liest, und vor allem auch, wie das Festival und der Vorverkauf ablaufen wird (siehe Kasten), stellte Lischper nun mit Silja Papenguth vom Stadtmarketing und Annette Eidmann vom Kulturamt vor. Los geht es am 2. Oktober mit Krimiautor Robert C. Marley, der seinen viktorianischen Krimi "Inspector Swanson und der magische Zirkel" dabei haben wird. Die Auftakt-Lesung in der Morus-Kirche begleitet Musikerin Susanne Hill.

Warm anziehen sollte man sich am 4. Oktober, denn dann wird Christina Bacher in den Marktlauben ihren Marburg-Krimi nach einem wahren historischen Fall vorstellen. Die Veranstaltung beginnt um 11.30 Uhr, Eintritt ist frei. Als Ausweichtermin bei Regen ist der 25. Oktober, um 11.30 Uhr im Netanya Saal kalkuliert.

Krimi-Queen trifft auf Ex-Bankräuber

Die Meisterin der Short Crime Storys, Susanne Mischke, wird ebensolche am 6. Oktober (20 Uhr, Morus-Kirche) lesen und am 7. Oktober mit einem neuen Fall für den Hannoveraner Hauptkommissar Völkxen im Landhotel Waldhaus in Laubach zu erleben sein. Wetterfachmann und Mittelhessen-Kenner Tim Frühling stellt am 9. Oktober im Rathaus Laubach seinen neuen Hessenkrimi "Hessentagtod" vor. "Kommissar Engelmann live und in Farbe", genauer Sascha Gutzeit, kann man am 11. Oktober im Kino Grünberg erleben.

Im Ulenspiegel finden gleich mehrere Lesungen statt: am 13. Oktober ist Thrillerautor und Kriminalhauptkommissar Mark Fahnert mit seinem ersten Fall für eine ehemalige Elitesoldatin zu Gast. Sascha Gutzeit liest am 14. Oktober aus seinem neuen Engelmann-Krimi und der Autor und Ex-Bankräuber Reiner Laux aus seinem Insiderbuch "Seele auf Eis" (22. Oktober). Im Ulenspiegel wartet auch Comedy-Crime-Meister Peter Godazgar mit einem "Killer am Rande des Nervenzusammenbruchs" auf (21. Oktober).

Ein Highlight erwartet die Besucher mit Bestsellerautor Jan Costin Wagner am 5. November im Alten Schloss. Er liest bei dieser Kooperationsveranstaltung von Krimifestival und dem Literarischen Zentrum aus seinem neuesten Roman "Sommer bei Nacht" und konfrontiert die Leser mit tiefliegenden Ängsten und finsteren Abgründen.

Freuen kann man sich auch schon doppelt auf Isabella Archan. Sie gastiert mit einer Mischung aus Theater und Lesung am 16. Oktober im Modehaus Allmendinger in Grünberg und ist am 17. Oktober mit einer Mordstheaterlesung in der Morus-Kirche zu Gast. Krimifestival-Dauer-Liebling Roland Jankowsky bietet Crime-Storys in der Stadthalle Hungen (31. Oktober), die Schauspieler Harald Pfeiffer und Christian Lugerth fragen bei Storys zum Menue im Schlosskeller "Darfs ein bisschen Mord sein?" (1. November) und die Krimiautoren Klaus Stickelbroeck und Ralf Kramp sind am 2. und 4. November im Netanya Saal mit brandneuen Fällen dabei.

Carsten Sebastian Henn kennt sich mit Morden im Zusammenhang von Alkoholika aus und serviert seinen süffigen Kriminalroman "Der Gin des Lebens" zum Tandreas-Menue (6. November). Prof. Marcel Verhoff plaudert über Rechtsmedizin zwischen Krimi und Realität im Netanya Saal (8. November).

Karten nur online erhältlich

Einen Vorverkauf für Eintrittskarten zu den Krimifestival-Veranstaltungen wie in den Vorjahren wird es in diesem Jahr nicht geben. Es ist in Gießen nur eine Vorverkaufsstelle eingerichtet: die Touristinformation in der Schulstraße. Wegen Corona erfolgt die Kartenvorbestellung ausschließlich online unter www.giessen-entdecken.de/ krimifestival. Der Link zur Kartenbestellung wird rechtzeitig zum Vorverkaufsstart am 12. September eingerichtet sein. Die Tickets können nur an einem vorher von der Tourist-Info mitgeteilten Termin abgeholt werden. Unter dem angegebenen Link findet man alle buchbaren Krimifestival-Veranstaltungen aufgelistet und kann auswählen (Wunsch-Veranstaltung, Anzahl der maximal vier Karten).

Für Veranstaltungen in Grünberg, Hungen und Laubach gibt es zudem einen VVK bei der Grünberger Buchhandlung Reinhard und auch direkt bei den Veranstaltern. Es wird keine Abendkassen geben. Auf www.krimifestival-giessen.de findet man unter "Aktuelles" Informationen, zu welchen Veranstaltungen es noch verfügbare Karten gibt. Wer Probleme beim Kartenkauf hat, kann sich an Uwe Lischper wenden (per E-Mail an ulish@web.de oder telefonisch 0641-72860). Bei den Lesungen gelten die aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare