Hochzeitsplanerin

Was die Gießener Hochzeitsplanerin Julia Eisenreich rät

  • schließen

Stress und zu hohe Erwartungen können die Hochzeit zum Desaster werden lassen. Die Hochzeitsplanerin Julia Eisenreich bietet einen Kurs für Paare an, die sich entspannt trauen wollen.

E s ist für viele der schönste Tag im Leben, und die meisten erleben ihn tatsächlich nur ein einziges Mal: die eigene Hochzeit. Doch oft geht die Planung mit viel Stress einher, denn am Tag X soll alles perfekt sein. Doch anstatt ihn zu genießen, sind an der Hochzeit vor allem die angespannt, die ihn eigentlich am meisten genießen sollen: Braut, Bräutigam sowie die engsten Familienmitglieder und Freunde. Damit der Tag und die Zeit davor nicht zum Desaster werden, lädt Hochzeitsplanerin Julia Eisenreich unter dem Titel "Chill deine Hochzeit" für Sonntag, 13. Januar, im Hotel und Restaurant Heyligenstaedt zu einem besonderen Workshop ein.

Doch wofür braucht man das? Einen Chill-Workshop vor der Hochzeit? Heiraten ist doch etwas Schönes… Es seien gerade die hohen Erwartungen, die schnell zu Enttäuchungen führen können, sagt Eisenreich. Gerade in Zeiten von Instagram und Pinterest habe ein regelrechtes Wettrüsten eingesetzt, wenn es um Hochzeiten gehe. Ein Hauptproblem laut Eisenreich: Das Brautpaar will alles selber in die Hand nehmen. Die Planerin, die hauptberuflich das Marketing von Heyligenstaedt betreut, spricht aus Erfahrung: "Ich war auch so eine Braut, die alles selber machen wollte."

Das sei auch völlig okay – wenn man die Zeit dazu habe und nicht den Überblick verliere, was es alles zu tun gäbe. "Oft kommt dann mehr und noch mehr und Du kannst den eigenen Hochzeitstag gar nicht mehr genießen". Das sei für alle Beteiligten ein Riesenstress und der Stimmung auf der Feier nicht gerade zuträglich. Gehe dann etwas schief – "und schon hast du Brautzilla am Start" sagt Eisenreich.

Gelassen und ruhig bleiben

Das Wichtigste in ihrem Job: Gelassen und ruhig bleiben. "Einer muss den Hut auf haben und vor allem den Überblick, was alles zu tun ist und in welcher Reihenfolge." Wieviel das sei, hänge davon ab, wie sich das Paar die Hochzeit vorstelle – groß, klein, intim, detailverliebt, besonders. "Das ist sehr individuell und unterschiedlich", sagt Eisenreich. Wichtig sei vor allem ein Zeitplan: Was muss ich wann angehen? Erster Punkt dabei sei die Ortswahl. Eisenreich rät: "Bei gefragten Locations muss ich von einem Mindestvorlauf von zwölf Monaten ausgehen."

Es komme auch darauf an, wie entspannt das Brautpaar sei. "Ich habe jetzt eine Hochzeit für Anfang Mai reinbekommen – auch das passt, wenn man es entsprechend anpackt". Man solle sich gut überlegen, wen man mit was betraue, denn oft hätten Trauzeugen oder Familienmitglieder Aufgaben, auf die sie gar keine Lust hätten – und die dann schnell für Frust sorgen. Eisenreich empfiehlt: Als Gefragter auch einmal Nein sagen und nicht aus Höflichkeit und sich nicht aus einem Gefühl der Verpflichtung heraus zu irgendetwas zwingen. "Viele trauen sich nicht, dann ehrlich zu sein."

Planung ist nicht alles

Ein Hochzeitsplaner helfe, Aufgaben passend zu verteilen. So komme es auch nicht zu bösen Überraschungen im Zeitplan. "Was macht man denn, wenn ein Kalbsfilet rosa gebraten bestellt wurde, die Küche soweit ist und plötzlich grätscht der Bruder der Braut mit einer Power-Point-Präsentation dazwischen, mit der keiner gerechnet hat?" Überhaupt seien es oftmals die Angehörigen, die ungeplante Aktionen anzettelten. "Das ist nie böser Wille, aber es stehen emotional einfach alle total unter Strom".

Oftmals sei es auch Unwissenheit, die sich durch Gespräche ausräumen lasse: Wenn ein Paar glaube, dass es im gemieteten Saal am Vorabend dekorieren könne, läge es vielleicht falsch – oft sei eine Location am Vortag noch von jemand anderem gebucht. Auch könne man in einer Miet-Location nicht dekorieren, wie man wolle: "Wer etwas befestigen will, sollte zuerst klären, auf welche Weise das möglich ist, vielleicht ist ein Saal ja auch denkmalgeschützt", sagt Eisenreich.

Bei aller Planung: Es gibt auch immer wieder Vorkommnisse, mit denen keiner rechnet. Die verrückteste Geschichte? Ein Vogel war ins Gebäude geflogen und hatte sich in die alte Gießerei verirrt, während im Nachbarraum schon die Trauung lief. Es sei alles eingedeckt gewesen, und dann habe sie gesehen, dass der Vogel auf einem Tisch seine Notdurft hinterlassen hatte. Eisenreich erzählt, sie habe sich zwei Aushilfen geschnappt und schnell den Tisch neu eingedeckt und dekoriert. "Es hätte auch schief gehen können, zum Glück habe ich den Vogel und das Malheur rechtzeitig entdeckt", sagt sie. Eisenreich weiß, wie man die Ruhe bewahrt.

Zusatzinfo

Die Sache mit dem Kuchen

"Wir haben hier einmal zwei Hochzeitstorten geliefert bekommen. Letzten Endes war es ein Fehler des Konditors, aber finde mal raus, welche die Richtige ist", sagt Julia Eisenreich. Noch eine Torten-Geschichte? "Es wurde ein Riesenkuchen geliefert. Er passte nicht ins Kühlhaus, beziehungsweise nur diagonal", sagt die IHK-geprüfte Planerin.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare