Neben den Häusern werden auch Grünflächen saniert. 
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Neben den Häusern werden auch Grünflächen saniert. 

Modernisierung läuft

Gießener "Gummiinsel" weiter im Wandel

  • Christoph Hoffmann
    vonChristoph Hoffmann
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Die Stadt hat die Rahmenplanung für die bekannte Rotklinkersiedlung vorgelegt. Unter anderem erhalten die Gärten neue Zuschnitte. Und das ist noch nicht alles.

Der Wandel der Gummiinsel ist im vollen Gang. Die ersten Rotklinkerhäuschen sind bereits denkmalschutzgerecht saniert worden und bieten den Menschen im Viertel ein neues Zuhause. Nun hat der Magistrat ein Konzept vorgelegt, das auch die Grün- und Freiflächen der Siedlung in den Fokus nimmt.

"Das Ziel ist es, die Flächen für die Nutzung besser zu verteilen", sagt Stadträtin Astrid Eibelshäuser. Nachdem bereits die Häuser neue Zuschnitte erhalten haben, müssten nun auch die dazugehörigen Gärten angepasst, also vergrößert beziehungsweise verkleinert werden. Auch ein gemeinschaftlicher Spielbereich sei angedacht. Das Konzept, das vom Berliner Planungsbüro "Urbanizers" erstellt worden ist, sieht zudem eine Neuordnung der Parkplätze vor, damit die Feuerwehr besser durch die engen Straßen kommt. Der Läufertsröder Weg soll zudem in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt werden.

Gießener Gummiinsel im Wandel: Stärken und Schwächen wurden analysiert 

Die Planer haben für die Konzepterstellung auch die Stärken und Schwächen der Gummiinsel analysiert. Positiv hervorgestochen habe etwa der hohe Anteil grüner, unversiegelter Flächen, die Identifikation der Bewohner mit ihrer Siedlung sowie das günstige Mietniveau. Als Schwächen listete "Urbainziers" unter anderem die ungleiche Verteilung der Gärten auf, fehlende öffentliche Aufenthaltsorte, eine nicht denkmalgerechte Nutzung der Vorgärten sowie zugewachsene Wege.

Eibelshäuser erhofft sich durch die Umsetzung des Konzepts auch eine stärkere Integration der Gummiinsel in die Weststadt. "Somit leisten wir einen weiteren Beitrag dazu, dass die Siedlung zukunftsfähig wird." Da die Akzeptanz der Bewohner für das Vorhaben unumgänglich sei, habe es während der Planungsphase viele Gespräche gegeben. Workshops, an denen die Bewohner teilnehmen konnten, seien ebenfalls Bestandteil der Planungen gewesen. "Die Bewohner wurden also in jeder Phase einbezogen", betont Eibelshäuser. Sie verschweigt dabei nicht, dass die Planer auch auf Widerstand gestoßen sind. Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sieht die Struktur des Viertels als einen Grund dafür. "Viele Familien leben schon seit Generationen hier. Sie haben das Bewusstsein, die Häuser und Gärten gehörten ihnen. Dabei sind sie Mieter." Aber auch die Zweifler, so hofft die OB, würden am Ende des Prozesses die Vorteile der Sanierung zu schätzen wissen.

Laut Eibelshäuser sollen die für die Umsetzung des Konzepts erforderlichen Maßnahmen parallel zur Sanierung der Häuser verlaufen - vorausgesetzt, das Parlament segnet die Magistratsvorlage ab.

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