Im kleineren Kreis wurde am Mittwoch Richtfest fürs Zentrallabor der Bioscientia Mittelhessen gefeiert. FOTO: MÖ
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Im kleineren Kreis wurde am Mittwoch Richtfest fürs Zentrallabor der Bioscientia Mittelhessen gefeiert. FOTO: MÖ

Rohbau steht

Gießener Großlabor wächst rasant

  • Burkhard Möller
    vonBurkhard Möller
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Geplant war das Projekt schon, da war die Corona-Pandemie noch ganz weit weg. Im Corona-Sommer 2020 indes wird der Bau des Zentralstandorts der Bioscientia Labor Mittelhessen zum Leuchtturm im Kampf gegen diese und andere Seuchen.

Zu Jahresbeginn schoben Bagger Erdmassen hin und her, wenig später lagen bereits riesige Bodenplatten, und kurz danach ragten die ersten tragenden Pfeiler in die Höhe. Auf der Baustelle an der Ecke Rödgener Straße/Rudolf-Diesel-Straße ging es in den letzten Monaten rasend schnell voran. Lange Zeit indes war es ein gut gehütetes Geheimnis, wer das markante Eckgrundstück in Gewerbegebiet Alter Flughafen bebaut, aber Anfang Juni ging das Unternehmen Bioscientia Labor Mittelhessen (vorher Labordiagnostik Mittelhessen) mit seinem Großprojekt an die Öffentlichkeit. Im kommenden Frühjahr soll das Zentrallabor, in dem die bisherigen beiden Standorte in Gießen (Gewerbegebiet Ursulum) und Dillenburg zusammengeführt werden. "Wir freuen uns richtig, ein so großes Zentrallabor in der Region Mittelhessen zu bauen", sagte Bioscientia-Geschäftsführer Oliver Harzer am Mittwoch bei der Feier des Richtfests und damit zum Abschluss der Rohbauarbeiten.

Ab nächster Woche beginnen die Arbeiten für den Innenausbau sowie für die Versorgungs- und Anlagentechnik auf dem 13 000 Quadratmeter großen Grundstück. "Wir liegen voll im Zeitplan", sagte Projektleiter Johannes Böhm für das bauausführende Unternehmen Goldbeck aus Bielefeld, das mit einem zuletzt erzielten Jahresumsatz von rund drei Milliarden Euro zu den größten Bauunternehmen in Europa zählt.

Das hochmoderne medizinisch-diagnostische Labor wird über 4200 Quadratmeter Nutzfläche verfügen, die sich auf ein Labor- und Verwaltungsgebäude sowie eine angeschlossene Halle verteilen. Integriert werden ein Ambulanz und ein Seminarraum. Die äußere Optik soll durch viel Glas und Grünflächen im Außenbereich geprägt werden, erläuterte Projektleiter Böhm. Die Stromversorgung wird autark über eine Fotovoltaikanlage gewährleistet.

Zauneidechsen umgesiedelt

Bauherrin ist die auf Laborbauten spezialisierte Immobilien GbR Familie Koenig aus Berlin, dessen Chef Rolf Koenig sich ebenfalls über den rasanten Baufortschritt freute, und das unter den Bedingungen der Corona-Krise. "Ich habe selten so entspannt so ein großes Projekt begleitet", sagte Koenig.

Einen kleinen Beitrag dazu konnte auch Depot-Eigentümer Daniel Beitlich leisten, der dabei half, eine Population der geschützten Zauneidechse, die auf der Baustelle festgestellt worden war, in den nördlichen Bereich des riesigen Areals Richtung Wieseckaue umzusiedeln. Das Reptilien-Vorkommen habe ihm zunächst "Schweißperlen" auf der Stirn beschert, bekannte Bioscienta-Geschäftsführer Frank Exner.

Sein Kollege und Laborarzt Tunay Aslan freut sich jetzt schon auf den technischen Innenausbau und die Einweihung, wenn das Großlabor seine medizinische Arbeit aufnehmen kann, die der Branche in der Corona-Pandemie so viel öffentliche Aufmerksamkeit beschert hat wie nie zuvor. "Die medizinischen Labore spielen eine ganz große Rolle in der nationalen Strategie der Pandemie-Bekämpfung", sagte Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz. So habe das Bioscientia Labor Mittelhessen seit Mitte März täglich 500 Tests auf Covid 19 durchgeführt. Mit dem Bau des Zentrallabors werde der Medizinstandort Mittelhessen weiter gestärkt.

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